Freitag, 11. Januar 2008

Sardinien: Die Abfallkrise verlagert sich von den Straßen Kampaniens nach Cagliari

Von der Region um Neapel hat sich die Abfallkrise nach Sardinien verlagert. Der Müllskandal heizt nun auch wütende Inselbewohner und lokale Aktivisten von Umweltorganisationen an. Als gestern Nachmittag das mit 500 Tonnen Unrat aus Neapel beladene Schiff im Industriehafen der Inselhauptstadt Cagliari anlegte, kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Kleine Gruppen von Demonstranten und Aktivisten hatten sich auf den Boden gelegt, um die Ausschiffung der 22 mit Müll gefüllten LKWs zu verhindern. Die Aktion blieb erfolglos. Die LKWs rollten noch am Abend in Richtung Müllverbrennungsanlage Casic, wo der Abfall entsorgt werden soll.
In der Nacht kam es zu gewaltsamen Übergriffen: 50 Müllcontainer und drei Autos wurden in Cagliari in Brand gesetzt. Die Feuerwehr musste zigmal ausrücken und war bis heute morgen 6.30 Uhr im Einsatz.

Um die 110.000 Tonnen Unrat zu entsorgen, die sich in der Region Kampanien türmen, hatte der italienische Regierungschef Romano Prodi zur Bewältigung des Notstandes die zeitweilige Abfallübernahme durch andere Kommunen und Regionen angekündigt. Sardinien hatte sich als erste Region bereit erklärt, Abfall aus Neapel zu entsorgen.
Die norditalienischen Regionen Lombardei, Friaul-Julisch Venetien, Veneto und Ligurien weigerten sich hingegen, in ihren Deponien und Verbrennungsanlagen den Unrat aus Kampanien zu entsorgen. Sie behaupten, ihre Anlagen seien bereits ausgelastet und könnten den Abfall aus Neapel nicht übernehmen.

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