Donnerstag, 23. April 2009

G8 in L’Aquila? Silvio Berlusconi will das Gipfeltreffen im Juli von La Maddalena abziehen

Der italienische Ministerrat von Silvio Berlusconi hat heute morgen auf einer außerordentlichen Sitzung beschlossen, das geplante G8-Gipfeltreffen, das für Anfang Juli auf der sardischen Insel La Maddalena angesetzt war, in das Erdbebengebiet von L’Aquila zu verlegen. Berlusconi sagte heute in der mittelitalienischen Stadt: „Es wäre ein Zeichen in die richtige Richtung, das Treffen in L’Aquila abzuhalten“.
Allerdings müssen die acht Teilnehmerländer des Gipfeltreffens erst noch zustimmen. Amerikanische und andere Sicherheitsdienste sind seit Monaten in dem nordsardischen Inselarchipel La Maddalena unterwegs, um mögliche Sicherheitsrisiken abzuwägen und entsprechende Vorkehrungen zu treffen.
Die Entscheidung, den Gipfel der Vereinigung der sieben führenden Industrienationen und Russlands auf La Maddalena abzuhalten, geht auf eine Entscheidung des ehemaligen Ministerpräsidenten Romano Prodi vom Juni 2007 zurück. Die geplanten Investitionen in die Infrastruktur von La Maddalena sollten die wirtschaftlichen Ausfälle abfedern, die der Abzug der amerikanischen Truppen von den nordsardischen Inseln verursacht hat. Silvio Berlusconi, der auch schon mit dem Gedanken gespielt hat, den Gipfel in das im letzten Jahr von einer Müllkatastrophe geplagte Neapel zu verlegen, will mit dem Abzug des Gipfels von Sardinien nun Gelder in Höhe von 220 Millionen Euro, die für das Treffen auf La Maddalena vorgesehen waren, nach L'Aquila fließen lassen und die Aufmerksamkeit der Welt in das mittelitalienische Erdbebengebiet lenken. Neuesten Meldungen zufolge wolle Berlusconi jedoch das G-8-Treffen der Umweltminister auf La Maddalena abhalten.

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