Montag, 13. Juli 2009

Dromos Festival in Oristano an der Westküste von Sardinien - Aufmerksamkeit für die illegalen Einwanderer aus aller Herren Länder

Zum elften Mal veranstaltet die Kulturbehörde der Stadt Oristano in Zusammenarbeit mit Provinz Oristano und den Gemeinden San Vero Milis, Nurachi, Baratili San Pietro und Nureci ein facettenreiches Kulturspektakel: Das Dromos Festival.
Das Programm erstreckt sich vom 24. Juli bis zum 16. August 2009 und lässt die Herzen von Musik-, Film- und Kunstliebhabern höher schlagen. Die Konzerte, die aus Tradition den Kernpunkt des Festspiels darstellen, lassen den Zuschauer in diesem Jahr in die Welt der illegalen Migration eintauchen. Viele Menschen aus Osteuropa, Zentralasien und insbesondere aus Afrika erhoffen sich im „goldenen“ Italien bzw. Europa eine bessere Zukunft für sich und ihre Familien und versuchen auf diese Weise Armut, Krieg oder politischer Verfolgung zu entfliehen. Das Festival will in diesem Jahr nicht nur den sozialen Aspekt der illegalen Einwanderung, sondern vor allem dessen künstlerische, kreative und existentielle Perspektive in den Vordergrund stellen: Denn der Immigrant ist zwar ein illegaler Einwanderer aber auch immer ein Lebenskünstler auf der Suche nach seiner eigenen Bestimmung und sich selbst.
Den Auftakt macht am 24. Juli die Sängerin Elena Ledda, die zu den absoluten Publikumslieblingen der sardischen Musikszene gehört und ab 22.00 Uhr in den Gärten des Museums in San Vero Milis ihr neues, dem Sakralgesang gewidmetes, Projekt „Cantendi a Deus” vorstellt.
Gastspieler wie der 1975 in Havanna geborene Roberto Fonseca, der als bedeutendster Pianist seiner Generation gilt, der südafrikanische Pianist und Komponist Abdullah Ibrahim, der einflussreiche amerikanische Funkmusiker Maceo Parker oder auch der Gittarist Vieux Farka Touré, Sohn des König des Desert Blues Ali Farka Touré und der kubanische Sänger und Liedtexter Augusto Enriquez bringen den Flair der Auswanderungsländer nahe und bewegen sich zwischen Modern-Creative-Jazz, Funk, Blues und Mambo.
Ebenso betört die brasilianische Jazzsängerin und Pianistin Tânia Maria am Capo Mannu bei San Vero Milis mit ihrer Stimme die Herzen der Zuhörer.
Musiker wie Alberto Balia und Paolo Angeli, Improvisationskünstler wie Giuseppe Pani sowie die musikalisch untermalte Lyrik des Poeten Alberto Masala füllen den ethno-musikalischen Teil des Dromo Festival. Viel Musik, aber nicht nur! Eine Weindegustation, ein Runder Tisch zum Thema illegale Migration und Kurz- bzw. Dokumentarfilme erweitern den kulturellen Horizont. Dazu sollen Ausstellungen sowie Konzerte der somalisch-italienischen Sängerin Saba Anglana, des amerikanischen Gitarristen Keith B. Brown und der englischen Blues-Band Nine Below Zero das kulturelle Programm vervollständigen - und die Qual der Wahl sicherlich nicht erleichtern.

Weitere Informationen und das Festival-Programm gibt es auf der Homepage des Veranstalters: www.dromosfestival.it

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