Donnerstag, 15. Oktober 2009

August-Sander-Ausstellung feiert Weltpremiere in Cagliari auf Sardinien

Am Samstag, den 17. Oktober 2009 feiert die Ausstellung „August Sander, Sardinien – Photographien einer Italienreise 1927“ mit mehr als 140 SW-Fotografien und fünf Farbbildern ihr Debüt in der Kunstgalerie der Inselhauptstadt.
Die Ausstellung im neoklassizistischen Gebäude in der städtischen Gartenanlage „Giardinetti Pubblici“ widmet sich der Sardinien-Reise des heute weltweit berühmten, deutschen Fotografen August Sander.
Der Autor des Bildatlas „Menschen des 20. Jahrhunderts“ durchreiste die Insel im März und April 1927 zusammen mit dem Monschauer Schriftsteller Ludwig Mathar. Dabei entstanden mehr als 200 SW-Negative sowie einige Autochrome. Die damals vom Autorenpaar geplante Buchveröffentlichung über diese Reise scheiterte jedoch und es kam zu keiner Publikation.

„Bis auf eine Ausstellung in den Vereinigten Staaten in den 1980er Jahren, eine Monographie von Ann und Jürgen Wilde Mitte der 1990er Jahre sowie der begleitenden Schau im Sprengel Museum Hannover, sind die Sardinien-Bilder des deutschen Lichtbildners seither nur vereinzelt erwähnt und publiziert worden“, erklärt Gabriele Conrath-Scholl, Leiterin der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur in Köln. „Die Sardinien-Bilder werden nun erstmals in der Ausstellung in Cagliari gezeigt“, ergänzt Rajka Knipper, Kuratorin der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur in Köln.
Mit eindrucksvollen Landschaftsbildern, Momentaufnahmen und Portraits gibt die Ausstellung einen guten Einblick in die archaische Lebenskultur und bäuerlichen Lebensformen auf der Insel Ende der 1920er Jahre. Auch in den Sardinien-Bildern lässt sich Sanders unmittelbarer, sachlich exakt abbildender Stil erkennen. So zeigen die in Porto Torres, Sassari, Oristano, Uta, Dolianova, Iglesias, Aritzo, Atzara, Nuoro und Cagliari geschossenen Aufnahmen nicht nur seine scharfe Beobachtungsgabe und ein starkes Einfühlungsvermögen. Sie bringen auch kulturhistorische Aspekte, Eigenarten und Entwicklungen ans Licht.

„Die Stadt Cagliari sieht es als eine ihrer Aufgaben an, die umfangreiche Foto-Dokumentation des deutschen Fotografen der dokumentarisch sachlich-konzeptuellen Fotografie inselweit bekannt zu machen“, so Giorgio Pellegrini, Kulturassessor der Inselhauptstadt, „denn für uns Sarden bringen diese Bilder eine Ergänzung und Bereicherung, da sonst fast kaum Fotografien diesen Zeitabschnitt auf der Insel dokumentieren.“

Zur Ausstellung ist auch ein Fotoband im Münchner Schirmer Mosel Verlag erschienen, der den vollständigen Sardinien-Bestand aus dem August Sander Archiv in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur abbildet.

Die in einem Gemeinschaftsprojekt der Stadt Cagliari und der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur aus Köln organisierte Schau wird bis zum 3. Januar 2010 zu sehen sein. Danach wird die Ausstellung im Frühjahr/Sommer 2011 in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur in Köln gezeigt.


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