Freitag, 8. Januar 2010

Accabadora: Im Februar erscheint der erste Roman der Autorin Michela Murgia aus Sardinien

Im Februar 2010 erscheint der erste Roman von Michela Murgia im Klaus Wagenbach Verlag.
"Accabadora" heißt das jüngste Werk der Schriftstellerin aus Cabras, an der sardischen Westküste.
Das 176 Seiten umfassende Buch spielt in den 1950er- Jahren auf der Insel. Es handelt von einer alten Schneiderin, die einen lange verschwiegenen Beruf ausübt und einem sechsjährigen Mädchen aus bitterarmen Verhältnissen. Als die alte Näherin das Kind zu sich nimmt und es groß zieht, scheinen beide ihr Glück gefunden zu haben. Doch schon bald spürt das Mädchen, dass ein Geheimnis die stets schwarz gekleidete, wortkarge alte Frau umgibt. Ein Geheimnis, das mit dem Tod zu tun hat.

Michela Murgia wurde 1972 in Cabras an der Westküste von Sardinien geboren. Sie studierte Theologie und unterrichtete Religion. Nach einigen Jahren in Norditalien lebt sie nun wieder auf der Insel.
2006 veröffentlichte sie im italienischen ISBN Verlag das tragikkomisches Tagebuch "Il mondo deve sapere" (dt. Die Welt soll es wissen). Die darin beschriebene Geschichte der jungen Marta und ihre einmonatige Anstellung in einem Call-Center haben Paolo Virzi zu seiner Komödie "Tutta La Vita Davanti" (dt. Du hast das ganze Leben noch vor Dir) inspiriert. Der Film kommt Anfang April auch in die deutschen Kinos.
2008 veröffentlichte Michela Murgia im Einaudi Verlag ein Themenbuch über das unbekannte Sardinien "Viaggio in Sardegna. Undici percorsi nell'isola che non si vede". Accabadora ist ihr erster Roman.

Im alten Sardinien gab es die Figur der "Accabadora", eine Person, die "etwas zuende bringt" und aktive Sterbehilfe gegenüber altersschwachen Menschen leistete. Ihr Akt war im archaischen Sardinien gesellschaftlich anerkannt und wurde nicht als Tötung angesehen, sondern als letzte würdevolle Geste.

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