Montag, 24. Mai 2010

Aufbau der Hauptantenne des drittgrößten Radioteleskops hat am vergangenen 22. Mai auf Sardinien begonnen

Am Samstag, den 22. Mai 2010 hat im südsardischen Gerrei der Aufbau der Hauptantenne des drittgrößten Radioteleskop Europas begonnen.
Der moderne, 500 Tonnen schwere Reflektor für den Empfang der Radiowellen aus dem Weltall hat eine Durchmesser von rund 64 Metern und eine Höhe von knapp 70 Metern.
Früh morgens um 8.00 Uhr hat ein Spezialkran die parabolische Metall-Schüssel auf ein Stahlgerüst über einem Betonfundament bei Pranu Sanguni montiert.
Der Standort im Südosten von Sardinien, an der Provinzstraße 25 nach Silius, bietet ideale Voraussetzungen für den Empfang der Weltraumstrahlung: Das Gebiet liegt trocken, in etwa 700 Metern Höhe und weist kaum Elektrosmog, d.h. elektromagnetische Verschmutzung auf. Ausgezeichnete Bedingungen, um den Himmelsforschern neue Erkenntnisse über die Entstehung des Universums zu liefern.
„Die Antenne wird in den nächsten sechs Monaten fertig montiert werden“ beteuert Professor Nichi D'Amico, Leiter des Sardinia-Radio-Telescope-Projektes. „Ende des Jahres erfolgen die ersten wissenschaftlichen Untersuchungen und dann sollte das gigantische Radioteleskop auch schon bald im Einsatz sein. Spätestens im Februar 2011 erhoffen wir uns, dem kosmischen Rauschen der Sterne lauschen zu können“, erklärt er gegenüber der Tageszeitung "Unione Sarda" .

Die wissenschaftliche Anlage auf Sardinien ist nach der Antenne von Effelsberg bei Bonn und dem Jodrell Bank`s Lovell Telescope in Großbritannien das drittgrößte Radioteleskop in Europa.
Mit dem Bau eines Radioteleskopes etwa 40 km nordöstlich von Cagliari wird die Insel dank modernster Technologie zu einem wichtigen Dreh- und Angelpunkt für Wissenschaftler der Astronomie, Astrophysik, Kosmologie, Geodäsie und Raumfahrt.


>> Webcam vom Sardinia Radio Telescope in San Basilio
>> Mehr zum SRT bei sardinien.com/astronomie

Fotos: Paolo Succu

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