Freitag, 21. Mai 2010

San Sperate - alles schön bunt im Museumsdorf im Süden von Sardinien

Erstmals in Italien widmet sich ein Fahrbahnsanierungs-Projekt farbigem Asphalt.
Gelb, rot oder blau – schöne bunte Straßen: Die knapp 8000 Einwohner zählende Gemeinde San Sperate, im Süden von Sardinien, hat beschlossen, dass Asphalt nicht immer eintönig und langweilig sein muss. Eine italienische Firma aus Modena lieferte jetzt Muster eines gefärbten Bitumens, das für das Projekt „Colore Identità“ zum Einsatz kommen könnte.

Schirmherr des Vorhabens, das in Zusammenarbeit mit den Universitäten in Ferrara und Mailand sowie dem Creative Workshop Officinevida durchgeführt wird, ist der berühmte Bildhauer und Maler Pinuccio Sciola.
„Künftig wird es so sein, dass in Teilen des historischen Ortszentrum, sowie auf den Wegen entlang der drei Kirchen des Dorfes eingefärbter Asphalt zum Einsatz kommt“, erklärt der Künstler. „Die Planung sieht außerdem vor, dass der verschiedenfarbige Bitumen die Aufmerksamkeit für besondere Bereiche, wie zum Beispiel Kreuzungen und Fußgängerüberwege, stärkt“, erläutert er weiter.

Für Sciola, der im April 2010 zum Präsidenten der Regionalen Landschaftsschutzkommission ernannt wurde, ist bunte Oberflächensanierung in dem Städtchen nördlich von Cagliari ein spannendes, aber auch normales Projekt. „Es ist schon öfter vorgekommen, dass wir den grauen Straßen und Mauern des Dorfes ein bunte Gemälde verpasst haben“, sagt der Künstler. „Spannend war und ist es, die Kreativität und das Engagement der Schüler und Bevölkerung aktiv in das Projekt mit einzubinden“.

Die Diskussionen und Beleuchtung der themenspezifischen Inhalte dieses Projektes wurden in den letzten Wochen abgeschlossen. 1,5 Kilometer Straße sollen ab September 2010 mit dem bunten Bitumen asphaltiert werden "Zunächst sollen die Fahrwege saniert werden, die sich im schlechtesten Zustand befinden“ erklärt Sciola. „In den nächsten Jahren soll der bunte Asphalt dann auch auf weiteren Fahrbahnen aufgetragen werden“.

Was fehlt, ist nur noch die Auswertung der Bevölkerungsumfrage zu den Farben. Zur Auswahl standen rot, blau, grün, gelb, lila und beige. Ersten Beurteilungen zufolge ist eine Vorliebe für grün erkennbar, doch auch andere Farben erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Ist die Farbfrage einmal geklärt, wird der Asphalt auf die Fahrbahnen aufgetragen. Die Freigabe für den Verkehr wird aller Voraussicht nach spätestens Ende des Jahres erfolgen.

Gegenüber der Sardinien.com-Redaktion verriet Sciola, dass „Colore Identità“ jedoch nicht sein einziges Projekt in diesem Jahr ist. Seit wenigen Tagen ist nun ein weiterer seiner berühmten Klangsteine fertiggestellt. Die in den hellen Kalksteinbrocken eingefrästen Gittermuster überraschen mit einer atemberaubend großen Klangwirkung. Zu hören und zu bewundern gibt es den neuen Klangstein bald in einer Ausstellung des Design Museums La Triennale in Mailand. Weitere neue Skulpturen des bedeutendsten sardischen Künstlers der Gegenwart gibt es auch in Santa Teresa di Gallura und in Bortigiadas, einem kleinen Dorf in der Provinz Olbia-Tempio zu sehen.

„Sardinien ist die schönste Skulptur im Zentrum des Mittelmeers“, erklärt Sciola abschließend. „Mein Traum, der mich auch immer wieder zu neuen Projekten anregt, ist es, auf der Insel eine dauerhafte, internationale Bildhauerwerkstatt zu gründen, in der Künstler aus aller Welt sardischen Gesteinsbrocken neues Leben einhauchen und beeindruckende Kunstwerke schaffen“.

Mehr über den Maler und Bildhauer Pinuccio Sciola
Mehr über das Museumsdorf San Sperate
Mehr über das Projekt Colore Identità

Copyright Foto mit den Mustern des gefärbten Asphalts : Officinevida

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