Montag, 27. September 2010

Auto stürzt von Fähre - Zwei deutsche Touristen kamen gestern in Genua bei tragischem Unfall ums Leben

Beim Sturz eines Autos von der Laderampe einer Fähre sind am Sonntag morgen in der ligurischen Hafenstadt Genua zwei Sardinien-Urlauber ums Leben gekommen. Bei den Opfern handelt es sich um zwei 28- bzw. 29-Jährige aus Stuttgart, die mitsamt ihrem Wagen bei der Abfahrt von der Fähre ins Hafenbecken rutschten, weil das Schiff während des Entladens unerwartet in Fahrt kam. Die Fähre MOBY Otta hatte nach ihrer Fahrt von Olbia in Genua angelegt.
Der deutsche Tourist konnte sich noch selbst aus dem Fahrzeug befreien, starb aber wenig später an der Unfallstelle. Die Frau war im Auto eingeklemmt und konnte sich nicht mehr retten. Die Behörden suchen inzwischen fieberhaft nach den Ursachen des dramatischen Zwischenfalls. Noch ist völlig unklar, warum das Schiff, das bereits angelegt und das mehrere Fahrzeuge über die Fahrzeugrampe verlassen hatten, in Fahrt kommen konnte. Nachdem ein technischer Fehler weitgehend ausgeschlossen werden kann, sei ein menschlicher Fehler wahrscheinlich. Obwohl das Schiff angelegt hatte, war der Hauptmotor der Fähre nicht ausgekuppelt, wie es die Vorschriften vorsehen, so MOBY Lines-Eigner Vincenzo Onorato gegenüber der Genuaer Tagszeitung Il Secolo IXX. Weitgehend ausgeschlossen werden könne laut Onorato, dass beim Be- und Entladevorgang der Fähre mit Eile gehandelt worden sei, denn die Fähre sollte den Tag über in Genua angelegt bleiben. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen den Kapitän des Schiffes wegen fahrlässiger Tötung und Gefahr von Schiffbruch aufgenommen. Die Fährgesellschaft und ihr Eigner Vincenzo Onorato zeigten sich bestürzt über das dramatische Unglück in Genua und sprachen den Angehörigen ihr Beileid aus.
Die 24 Jahre alte Fähre Moby Otta, die erst seit 2007 für die MOBY Lines im Dienst steht, wurde bei dem Unglück nicht beschädigt und fährt bereits wieder, so dass keine Störungen im Fährverkehr zu erwarten sind.

(Foto: Das Schwesterschiff der Moby Otta, die Moby Drea, beim Anlegemanöver in Genua.)

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