Mittwoch, 29. Dezember 2010

Sant’Antonio Abate: Große Lagerfeuer und Feststimmung Mitte Januar in vielen Gemeinden Sardiniens wie in Montresta in der Planargia

Kaum sind der Weihnachtsbraten, der Spumante zu Silvester und das Festmenü zur Befana verdaut, bekommen die Sarden Mitte Januar schon wieder Lust auf Feiern. Wenn die Januarsonne noch ein kühles hellgelbes Licht über die Insel schickt, werden am Abend des 16. Januar riesige Holzfeuer neben den Kirchen entzündet, die dem Heiligen Antonio Abate, dem Antonius dem Großen, gewidmet sind. Am Tag danach feiert man dann in 69 Gemeinden das Fest des Sant'Antonio Abate: Dann wird getanzt und gesungen, gegessen und getrunken. Die Gläubigen ziehen andächtig durch die Gassen der Orte, um sich später auf den Kirchplätzen rings um die Holzfeuer zu versammeln. Hier werden dann Süßspeisen, Brot, Käse und Wein gereicht.

Einer der 69 Orte auf Sardinien, die dem Heiligen Antonius mit einem Dorffest die Ehre erweisen, ist das nur knapp 600 Einwohner zählende Weiler Montresta in der Planargia, zwischen Bosa und Alghero gelegen.

In Montresta feiert man am 16. Januar nicht nur kirchlich, sondern auch weltlich: Bei der Sagra de Sa Saltizza Montrestina wird ein Schlemmerfest zu Ehren der sardischen Salsiccia-Wurst veranstaltet, das seinesgleichen auf der Insel sucht. Bereits am 8. Januar beginnen die Montrestini mit der Vorbereitung der würzigen Wurstspezialität, die Anfang des Jahres am besten schmeckt, wenn das Fleisch der zumeinst halbwilden Hausschweine ist durch die zahllosen Eicheln, die saftigen Macchia-Büsche, reifen Kastanien und frischen Küchenkräuter, die die Tiere in den Wintermonaten massenhaft verputzen, besonders lecker. Nach der religiösen Feier am 16. Januar mit Entzündung des Lagerfeuers und der Brotweihe durch den Pastor des Dorfes um 17.30 Uhr, wird gegen 20.30 Uhr auf der Piazza aufgetischt, was Montresta zu bieten hat: Nicht nur Salsiccia, sondern auch ein deftiger Saubohnen-Eintopf, Brot und Wein aus dem kleinen Dorf werden Einheimischen und Fremden im Massen serviert. Dazu gibt es in diesem Jahr Folkmusik aus Simaxis (Provinz Oristano).

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!