Dienstag, 22. Februar 2011

„Die Rückkehr“: Ein scharfsinnig und einfühlsamer Sardinien-Roman zum Thema Krebs und zum italienischen Zeitgeist!

Matteo Marongiu ist 64 und in Siniscola, am Fuße des Monte Albo aufgewachsen. 1967 verließ er Sardinien, um gemeinsam mit seiner Frau Assunta nach Deutschland auszuwandern. Beide leben in Göppingen, wo auch ihre beiden Kinder zur Welt kamen, und träumen davon, ihren Ruhestand auf Sardinien zu verbringen.
Doch plötzlich hat Matteo andere Sorgen. Ein junger Arzt hat einen Gehirntumor bei ihm diagnostiziert. Damit ist die Vorstellung vom romantischen Lebensabend plötzlich von der Bildfläche verschwunden. Er lehnt eine Operation mit anschließender Bestrahlung per Unterschrift ab und fährt ohne Frau und Kinder nach Sardinien. Doch nicht, weil er kein Vertrauen in deutsche Ärzte hat oder auf eine wundersame Heilung in der Heimat hofft, sondern, weil er einfach nur zurück zu seinen Wurzeln will. Hier will er die verhängnisvolle Krankheit in mediterraner Umgebung bewältigen.
Auf Sardinien überrascht sein Lieblingsneffe Luciano ihn mit einer absurden revolutionären Idee: Der ungestüme und wankelmütige junge Mann will die pompöse Villa Certosa des italienischen Premierministers Silvio Berlusconi an der Costa Smeralda in die Luft sprengen.
Matteo verbringt geraume Zeit damit, sich Gedanken darüber zu machen, ob er zusagen oder absagen soll. Obwohl Menschenleben dabei in Gefahr kommen könnten, wird ihm schnell klar, dass seine Haltung genauso verkehrt und aberwitzig ist wie die Politik des von Skandalen belasteten italienischen Regierungschefs. Trotzdem will er Luciano begleiten.
Die Konfliktpunkte seiner Erkrankung, wie depressive Schattenbilder, eine chronische Lebensunlust und das Entsetzen der Anderen, überträgt er auf den Anschlag. Matteo sehnt sich nach Ausbruch und Abenteuer; das Angebot Lucianos gehört für ihn dabei zum Verarbeitungsprozess seiner Erkrankung.
Ein scharfsinnig und einfühlsam erzählter Roman zum Thema Krebs und zum italienischen Zeitgeist!

Zur Rezension von "Die Rückkehr“ von Markus Fritsche
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Der Autor
Markus Fritsche wurde 1963 in Göppingen/Fils geboren und lebt heute im Allgäu. Seit Abschluss seines Studiums der Sozialpädagogik betreut er Jugendliche in schwierigen Lebenslagen. Der Sardinienexperte veröffentlichte 2002 sein erstes Sardinienbuch „Der Inselabdruck - Fußspuren auf Sardinien“. Das Taschenbuch erschien 2008 auch in italienischer Übersetzung. Von Markus Fritsche erschienen im Schardt Verlag außerdem der Roman „Für immer und nie wieder“ (1999), der Lyrikband „Endzeitlich Neuwärts“ (2000), das Buch „Wenn Dalí noch leben würde“ (2005) und der Gedichtband „Von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (2007).

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