Dienstag, 17. Mai 2011

Referendum: 97 Prozent der Sarden stimmen gegen Atomkraft auf der Insel

Bei einem Referendum gegen den Bau von Atomkraftwerken und atomaren Lagerstätten auf Sardinien hat die überwältigende Mehrheit der Inselbewohner am Wochenende mit „Si“ gestimmt.
Nach letzten offiziellen Zahlen stimmten etwa 97 Prozent der Sarden bei der Frage „Sind Sie gegen die Einrichtung von Atomkraftwerken oder Lagerstätten sowie von daraus verbleibenden oder bereits existenten radioaktiven Abfällen?“ gegen den Bau atomarer Lagerstätten und Atommeiler auf der Insel. Mit einer Wahlbeteiligung von knapp 60 Prozent hat die Volksbefragung damit das notwendige Quorum erreicht. Anhänger aller politischen Lager zeigten sich zufrieden mit dem eindeutigen Ergebnis.
Das Resultat der sardischen Volksbefragung ist, wie alle regionalen Referenden in Italien, nicht direkt bindend für die nationale Regierung in Rom, wo es derzeit eine politische Mehrheit für den Wiedereinstieg Italiens in die Atomenergie gibt. Dennoch ist das sardische Nein zur Atomkraft ein starkes politisches Signal an die Regierung von Silvio Berlusconi. Zudem hat das italienische Verfassungsgericht erst kürzlich entschieden, dass die nationale Regierung nicht ohne Zustimmung der Regionen Atomkraftwerke und atomare Lagerstätten auf deren Territorium errichten darf. Italien betreibt derzeit keine Atomkraftwerke zur Stromgewinnung, plant aber den Bau mehrerer Kraftwerke im Land.

Ständig aktualisierte Wahlergebnisse zum Referendum auf der offiziellen Website der Region Sardinien

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