Montag, 26. März 2012

Frühlingstage 2012: Am vergangenen Sonntag gab es in der sardischen Inselhauptstadt eine kostenlose Führung zur punischen Nekropole Tuvixeddu


Frühlingstage in Cagliari
Copyright Foto: Paolo Succu
Am vergangenen Sonntag, den 25. März 2012 lud der FAI, der Fond für die italienische Umwelt, zu  kostenfreien Führungen auf Sardinien ein.
Mehr als zehn sonst unzulängliche Kulturdenkmäler waren geöffnet. In Nuoro konnte man zum Beispiel das Kloster der barfüßigen Karmeliterinnen „Mater Salvatoris“ besichtigen oder die prachtvollen katalanischen Palazzi Serra, Sant'orsola, Lavagna, Delitala, Del Conte Larco, Bolasco und Duana Reial in Alghero.
Das größte Interesse fand jedoch die Besichtigung der punischen Nekropole Tuvixeddu in der Inselhauptstadt Cagliari. Mehr als 8000 Besucher statteten der seit Monaten wegen Untersuchungen über unrechtmäßige Bautätigkeiten beschlagnahmten Totenstadt einen Besuch ab.

Punische Nekropole von
Tuvixeddu in Cagliari.
Copyright Foto: Paolo Succu 
Die Nekropole von Tuvixeddu gilt als eines der größten mediterranen Gräberfelder der punischen Zeit. Hier wurden die Toten zwischen dem 6. bis 3. Jahrhundert v. Chr. auf knapp 20 Hektar in etwa 2000 Felsgräbern beigesetzt.
Der sardische Name „Tuvixeddu“ weist auf einen Hügel mit vielen „tuvus“,d.h. Löchern bzw. Hohlräumen hin. Der Ort liegt auf einer Anhöhe zwischen der Viale Sant'Avendrace und der Via Is Maglias (Zugang über die Via Falzarego). Die interessantesten Gräber in Tuvixeddu dürften die mit kostbaren Wandmalereien dekorierte „Tomba dell'Ureo“ und „Tomba del Combattente“ sein – möglicherweise die Gräber eines Herrschers und eines Kriegers.

Viele der faszinierenden Gräber sind leider nicht erhalten geblieben. Im 20. Jahrhundert wurde der Hügel nämlich zur Baugrube eines Zementwerkes der Italcementi, welches die Förderung erst in den 1980er einstellte.
Die Totenstadt wurde zum Teil auch während des Zweiten Weltkrieges zerstört, da viele Obdachlose nach den Bombenangriffen hier Unterschlupf suchten.

Um einer weiteren Zerstörung, vor allem durch Bauspekulationen Einhalt zu gebieten, soll auf dem großen Gelände der „Parco Archeologico di Tuvixeddu“ entstehen, ein Park, der diese wichtige archäologische Stätte endlich schützen und bewahren soll.

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Copyright Foto: Paolo Succu


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