Freitag, 22. Juni 2012

Sommersonnenwende auf Sardinien: Sonnen- und Farbtherapie im Nuraghe Aiga

© Foto: Paolo Succu
Wenn der längste Tag im Jahr gefeiert wird, sollte ein Besuch des Nuraghen Aiga nicht fehlen!
Am gestrigen 21. Juni konnte man in dem unscheinbaren Rundturm auf der Hochebene von Abbasanta beobachten, wie die Sonne nur für wenige Stunden zur Mittagszeit ihre Strahlen durch eine kleine dreieckige Öffnung in der Decke des Hauptturms geworfen und zwei eigens darauf eingerichtete Nischen in der Felswand getroffen hat. Ein äußerst seltener Anblick, der nur zur Sommer- und Wintersonnenwende möglich ist.

Von kurz vor zwölf bis kurz vor zwei Uhr trafen die Sonnenstrahlen für etwa zwei Stunden gebündelt zunächst eine und dann eine weitere Nische in der Wand. Je nach Kleidungsfarbe der Person in der Nische tauchten sie den Nuraghen-Innenraum in das entsprechende Licht. 
Nutzten etwa schon die Nuragher die Wirkung der Sonnen und von Farben auf ihre Seele und ihren Körper? 
Dieses Phänomen scheint zumindest ein Beleg dafür zu sein, dass der knapp 3500 Jahre alte Rundturm Aiga keine Befestigungsanlage war, sondern eine kultische, religiöse und astronomische Bestimmung hatte. 


Auf das Solstitium-Phänomen wurden vor etwa dreißig Jahren die Forscher Carlo Maxia und Lello Fadda aufmerksam. Bei der Untersuchung vieler sardischer Ausgrabungsstätten stellten sie fest, dass sich bei einigen Nuraghen der Schlussstein des Rundturms entfernen ließ. 
Heute geht man davon aus, dass diese Nuraghen als magische Plätze galten, die reinigende und heilende Wirkung hatten, wobei die Sonne den Mittelpunkt bildete. 

Weiterführende Informationen zum Nuraghen Aiga gibt es hier

Mehr über die geheimnisvollen Rundtürme erfahren Sie hier



Der unscheinbare Nuraghe Aiga
© Foto: Paolo Succu

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