Donnerstag, 13. September 2012

Mein Sardinien von Hans-Ulrich Treichel: Eine Liebesgeschichte mit Kurs auf Sardinien


In seinem autobiografischen Buch zeichnet Hans-Ulrich Treichel ein liebevolles und zugleich selbstironisches Bild deutscher Italiensehnsucht.

Als Berliner Germanistik-Student lernt der Ich-Erzähler Ende der 1970-er Jahre die melancholische Cristina kennen. In seinen Augen verkörpert keine andere italienisches Dolce Vita faszinierender als die Sardin aus Sant'Antioco. Sie werden ein ungleiches Paar und als Cristina beschließt nach Sardinien zurückzukehren, packt auch er seinen Koffer.

Mit viel Verständnis entfaltet der Autor die Geschichte des jungen Mannes: Er sieht seinen Traum, künftig in zwei Ländern zu leben, wahr werden und stürzt dabei in ein Gefühlschaos, denn auch im Fall von Sardinien lernt man Land und Leute am besten im Alltag kennen.

Lakonisch, melancholisch und voller Ironie fängt der Ich-Erzähler, der in der zweiten Hälfte des Buches nahezu passive Züge annimmt, das Leben in der südwestsardischen Provinz-Ödnis Sant'Antioco gnadenlos gut ein.

„Mein Sardinien“ ist ein Liebesroman über das Zusammenkommen und Trennen und über die Angst vor der Enttäuschung. Keine  leichte Sommerlektüre, sondern ein anspruchsvolles mit einer bezaubernden Kombination aus Biss, Melancholie und Enthüllungen.

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