Mittwoch, 20. November 2013

In Olbia und Tempio werden die ersten Toten des schweren Unwetters vom Montag begraben

Zwei Tage nach dem starken Unwetter 'Ciclone Cleopatra', das am Montag, den 18. November über Sardinien niedergegangen ist, werden die ersten Toten zu Grabe getragen. Drei der bisher offiziell gemeldeten 16 Toten wurden heute Morgen in Tempio Pausania bestattet. Die Trauerfeier für sechs weitere Tote aus der Gallura ist für heute Nachmittag, um 15.30 Uhr im Palazzetto dello Sport des Geovillages in Olbia geplant.

Vom Unwetter am stärksten betroffen sind die Provinzen Olbia-Tempio und Nuoro. Über die Zahl der Opfer gab es bis gestern Nachmittag widersprüchliche Angaben. Offiziell bestätigt sind bisher 16 Tote und ein Vermisster in Onanì. Bei dem Vermissten handelt es sich um einen Tierzüchter aus Bitti.

Viele Menschen gelten weiterhin als hilfsbedürftig. Von den rund 2700 Evakuierten konnten viele schon wieder in ihre Häuser zurück. Mehr als tausend Personen bleiben weiterhin obdachlos, meldet die Tageszeitung L'Unione Sarda.  



Auf dem Flughafen in Olbia landete am gestrigen Dienstag Regierungschef Enrico Letta, um sich ein Bild über die Katastrophe zu machen. Zuvor hatte er das Kabinett einberufen, den Notstand ausgerufen und 20 Millionen Euro Soforthilfe für die dringendsten Maßnahmen bewilligt.

Die über dem Mittelmeer aufgeladenen Regenwolken hatten sich am Montag mit einem Wirbelsturm als heftiges Gewitter und Sturzregen über Sardinien entladen. Bäche und Flüsse traten über die Ufer. Dabei entstanden Wassermengen von großer Wucht, die alles mit sich gerissen haben.
Was überrascht, ist die hohe Zahl der Opfer und das schlimme Ausmaß der Schäden, vor allem in der Provinzhauptstadt Olbia. Der Chef des italienischen Zivilschutzes, Franco Gabrielli, hat den Wetterdienst und Zivilschutz nach dem verheerenden Wirbelsturm verteidigt. “Die Unwetterwarnung ist rechtzeitig gemeldet worden”, sagte Gabrielli.


Das Hochwasser in Olbia ist aber nicht nur durch den starken Regen entstanden, sondern ist auf Grund der vielen Bausünden zum Teil hausgemacht. Dazu erläutert Ingenieur und Architekt Vanni Maciocco: “Olbia hat eine komplexe Oberflächenwasserstruktur und das Wasser versickert nur schlecht”. Wenn nicht darauf geachtet wird, dass nicht zu viele Flächen versiegelt werden, entsteht eine unangemessene Trennung in der Wechselbeziehung zwischen oberflächlicher und unterirdischer Hydrologie, sagte er der Tageszeitung La Nuova Sardegna.

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