Montag, 4. August 2014

Matrimonio Mauritano: Hochzeit nach altem maurischen Brauch an der Südwestküste von Sardinien

Francesco Anedda aus Santadi und seine Valentina aus Decimomannu haben sich gestern in der 3500 Seelen zählenden Gemeinde im Südwesten von Sardinien das Ja-Wort gegeben: Mit Ochskarren, Blütenteppich, Trachten und Launedda-Spielern – ganz nach altem maurischen Brauch.

Der lange Brautzug, angeführt von Musikanten, Trachtengruppen, Reitern und einem strahlenden Paar, zog von der Via Cagliari über die Straßen Santadis zur Chiesa San Nicoló, wo sie sich das Ja-Wort gaben. Ein Chor aus Ploage (Su Coro de Ploaghe) umrahmte die feierliche Zeremonie mit wunderschönen traditionellen Liedern. Nach der Trauung ließen die Mutter der Braut und des Bräutigams einen Regen aus Getreidekörnern, Rosenblättern, Salz und kleinen Münzen über die Neuvermählten fließen.

Die Tradition, dass die Schwiegermütter Körner, Blätter, Salz und Geld über die Häupter ihrer Kinder streuen, geht auf einen uralten Brauch, Sa Grazia', zurück, der dem frischvermählten Paar Glück, Fruchtbarkeit, Reichtum und Weisheit bescheren soll. Besiegelt wird dieser Hochzeitsbrauch mit dem Zerschmeißen des Tellers auf dem die Körner und Blätter dekoriert waren.

Am Abend gab es Hochzeitstorte, Dolci Sardi und Tanzvergnügen pur.







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