Donnerstag, 28. August 2014

Chiesa di San Giovanni di Sinis – die kleine byzantinische Kirche auf der Sinis-Halbinsel gehört zu den ältesten christlichen Gotteshäusern Sardiniens

Eine originelle, sehr schöne byzantinische Kirche, die sich an der Westküste Sardiniens befindet, liegt an der Südspitze der atemberaubenden Sinis-Halbinsel. Das nur sehr dünn besiedelte Gebiet zeichnet sich durch vielen flache Lagunenseen, tolle Sandstrände, einsame Wachtürme und eine karge Vegetation aus.
Die pittoreske Chiesa di San Giovanni di Sinis steht im klitzekleinen, gleichnamigen Ort, nahe am Meer, direkt an der Straße zu einer weiteren Sehenswürdigkeit – der antiken Stadt Tharros. Das im Gebiet einer phönizisch-punischen Nekropole liegende Kirchlein aus dem 6. oder 7. Jahrhundert gehört zu den ältesten christlichen Kirchen Sardiniens. Es wies ursprünglich einen gewölbten Zentralbau im Stil der Basilika von San Saturno in Cagliari auf, die im gleichen Zeitraum errichtet wurde. Heute zeigt sich die archaisch und malerisch zugleich anmutende Chiesa di San Giovanni nach einer romanischen Restaurierung im 11. Jahrhundert in leicht abgewandeltem Gewand: Als dreischiffiges Kirchlein mit rechteckigem Grundriss, das im Osten mit einer ausladenden Apsis endet. Im Innern, des nur durch winzige Fensteröffnungen beleuchteten und Johannes der Täufer gewidmeten Sakralbaus fällt der Blick auf ein barockes Taufbecken mit Fischrelief, das ursprünglich aus der Chiesa di San Giovanni Battista in Nurachi stammt.
Doch San Giovanni di Sinis ist nicht nur aufgrund des Kirchleins und des gleichnamigen, langen, feinen, naturbelassenen Sandstrandes ein Tourismusmagnet. Die Besucher kommen vor allem, um sich  die Ruinen der phönizisch-punischen Stadt Tharros anzuschauen. Die Überreste der im 8 Jahrhundert vor Christus gegründete und im Jahr 1070 aufgegebene ehemalige Stadt liegt auf einem Vorgebirge, das sich von der Sinis-Halbinsel südlich bis zum Capo San Marco erstreckt. Über der Stadt thront der große, alte spanische Torre di San Giovanni aus dem 17. Jahrhundert mit herrlichem Blick auf das Meer. Von hier aus führt ein toller Spaziergang zum Capo San Marco und seinem Leuchtturm im südlichsten Zipfel der Landzunge. Nach der Tour lohnt sich ein Bad am weitläufigen Strand – und die nächste Bar mit vielen Erfrischungen ist auch nicht weit!
Nordwestlich des Kaps wartet hingegen die Oasi di Seu mit jeder Menge Aktivitäten auf. Im etwa 115 Hektar großen Naturpark, wo zwischen Zwergpalmen und Wacholder noch Schildkröten und Wanderfalken leben, kann man die unberührte, lokale Flora und Fauna zu Fuß oder mit dem Bike erkunden.









Freitag, 22. August 2014

Kippen im Sand sind auf Sardinien verboten

Sardinien ist ein Strandparadies der Superlative! Entlang der Küste reiht sich ein Traumstrand an den nächsten. Hier kann man sich erholen, entspannen, den Sand zwischen den Füßen spüren und die Kleinen große Sandburgen bauen lassen.
Damit das auch so bleibt, setzen umweltbewusste Gemeindechefs sich engagiert gegen Zigarettenstummel am Strand ein. Das hat nicht nur ästhetische, sondern auch ökologische Gründe, denn Kippen sind biologisch nicht abbaubar und belasten die Umwelt.
Eine bittere Erfahrung musste Mitte Juni nicht nur ein Italienier in Cagliari, sondern in dieser Woche auch eine Touristin aus Dänemark in Alghero machen. Für eine achtlos im Sand entsorgte Zigarettenkippe wurde sie mit 600 Euro Bußgeld belangt.
Auch am Strand gilt also: Zigaretten gehören in den Aschenbecher! Strandascher bzw. kleine tragbare Aschenbecher gibt es in Tabakläden, Drogerien und Haushaltsläden oder bei einigen Strandhändlern zu kaufen. Häufig verteilen auch die Gemeinden kostenlos kleine, tragbare Aschenbecher, die Rauchern am Strand die ordnungsgemäße Entsorgung ihrer Zigarettenstummel ermöglicht.

Zum Artikel auf Rai News

Die schönsten Badestrände Sardiniens

Dienstag, 19. August 2014

Kein Geld mehr für die Kunst: In Orani droht das Museo Nivola zu schließen

Weltberühmt ist Costantino Nivola. Der in Orani geborene und in Long Island verstorbene Bildhauer und Maler (1911 - 1988) arbeitete als Werbegrafiker, Maler, später als Töpfer und Bildhauer. 1938 heiratete er seine Studienkollegin Ruth Guggenheim. Damit seine Frau gegen Ende der 1930-er Jahre der antisemitischen Verfolgung entkommen konnte, floh er mit ihr aus Italien zunächst nach Frankreich, später nach New York. Auf dem Big Apple war Nivola als künstlerischer Leiter für die Zeitschrift 'Interiors and Industrial Design' tätig und schloss unter anderem mit Le Corbusier und Saul Steinberg Freundschaft. 1948 zog er nach East Hampton, in Long Island, wo er Jackson Pollock und Bernard Rudofsky kennen lernte.

Im Jahr 1990 eröffnete ihm zu Ehren im südwestlich von Nuoro gelegenen Dorf Orani das Museo Nivola, das über 100 Werke des Bildhauers, Malers und Grafikers aus Sardinien zeigt. Die auf knapp 460 Quadratmetern verteilten Räumlichkeiten laden zu einer erkenntnisreichen sowie verblüffenden Entdeckungsreise durch die vielseitige Kunst Nivolas ein, denn das Gesamtwerk des sardischen Künstlers ist umfangreich, was künstlerische Techniken und Materialien betrifft.

Doch das erst im vergangenen Jahr neugestaltete Museum soll schon bald geschlossen werden. Der Grund dafür: Die Kürzung regionaler Zuschüsse. Spenden sollen nun helfen, das Museum zu retten.
Mit dem Spendenaufruf 'Salviamo il Museo Nivola' hofft das Museum viele Kunstinteressierte auf die große Problematik eines kleinen, bedeutenden  Museums im Herzen Sardiniens aufmerksam zu machen. Spender aus aller Länder können mit ihrem Obolus ein Zeichen der Solidarität mit einer bedrohten Kultureinrichtung setzen.

Unter Angabe des Verwendungszweckes 'Salviamo il Museo Nivola' kann an die Fondazione Nivola (IBAN: IT02 G056 7617 3000 0000 3015 960, BIC: BPMOIT22XXX) gespendet werden.

Zudem hat das Museo Nivola unter folgendem Link eine Crowdfunding-Iniziative gestartet.
Dafür benötigt man nur ein Paypal-Konto oder eine Kreditkarte. Einfach oben  'Change Language' anklicken und 'Deutsch' auswählen. Dann rechts auf die Schaltfläche 'Spenden' klicken, auf der neuen Seite den Spendenbetrag einsetzen, 'Geld senden' anklicken und Kreditkartendaten eingeben oder die Verbindung zu Paypal herstellen.


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Montag, 4. August 2014

Matrimonio Mauritano: Hochzeit nach altem maurischen Brauch an der Südwestküste von Sardinien

Francesco Anedda aus Santadi und seine Valentina aus Decimomannu haben sich gestern in der 3500 Seelen zählenden Gemeinde im Südwesten von Sardinien das Ja-Wort gegeben: Mit Ochskarren, Blütenteppich, Trachten und Launedda-Spielern – ganz nach altem maurischen Brauch.

Der lange Brautzug, angeführt von Musikanten, Trachtengruppen, Reitern und einem strahlenden Paar, zog von der Via Cagliari über die Straßen Santadis zur Chiesa San Nicoló, wo sie sich das Ja-Wort gaben. Ein Chor aus Ploage (Su Coro de Ploaghe) umrahmte die feierliche Zeremonie mit wunderschönen traditionellen Liedern. Nach der Trauung ließen die Mutter der Braut und des Bräutigams einen Regen aus Getreidekörnern, Rosenblättern, Salz und kleinen Münzen über die Neuvermählten fließen.

Die Tradition, dass die Schwiegermütter Körner, Blätter, Salz und Geld über die Häupter ihrer Kinder streuen, geht auf einen uralten Brauch, Sa Grazia', zurück, der dem frischvermählten Paar Glück, Fruchtbarkeit, Reichtum und Weisheit bescheren soll. Besiegelt wird dieser Hochzeitsbrauch mit dem Zerschmeißen des Tellers auf dem die Körner und Blätter dekoriert waren.

Am Abend gab es Hochzeitstorte, Dolci Sardi und Tanzvergnügen pur.