Mittwoch, 11. November 2015

"Schwestern. Die alte Geschichte": In seinem Buch rechnet Marcello Fois mit dem Treiben in der Familie ab

Familie - die hatten Marinella und Alessandra bis sie acht Jahre alt waren. Danach verschwindet der Vater und prägt die Zwillingsschwestern vor allem durch seine Abwesenheit.
Die Geschwister können nicht verwinden, dass ihr Vater sie so früh verlassen hat. Als er vierzig Jahre später stirbt, treffen sie sich in seiner Wohnung und betreten ihre Kindheit.
Inmitten vertrauter Gerüche, schmerzhafter Erinnerungen und vorwurfsvoller Blicke tauschen sie abwertende und zynische Bemerkungen aus. Bald wird klar, dass die Schwestern sich zwar äußerlich gleichen, aber so unterschiedlich sind wie Tag und Nacht. Und dann unterbricht plötzlich die Nachbarin ihre bissigen Gespräche. Sie steht mit einem Brief in der Wohnung, der scheinbar vom Vater stammt.

In seinem wundervollen Buch erzählt Marcello Fois die Geschichte einer schmerzhaften Trennung. Es ist fast eine Abrechnung mit den Erinnerungen und dem Treiben in der Familie, in der Offenheit, kleine Geheimnisse, Täuschungen und Lügen die Lebensgemeinschaft zusammenhalten oder für immer zerstören können.
Die Sprache von Fois ist von poetischer Stimmung und großer Sanftheit geprägt. Nie verliert er sich in Kitsch. Ein gefühlvolles Werk und intim wie ein Kammerspiel!

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