Nachrichten und aktuelle Meldungen aus und rund um Sardinien.
Dienstag, 17. April 2012
Kulturwoche auf Sardinien: Bei der Settimana della Cultura kostenloser Eintritt in die wichtigsten Kulturgüter der Insel
Neun Tage archäologische Ausgrabungsstätten und Kunstvergnügen ohne Eintrittskarte: Das macht die vom 14. bis 22. April 2012 italienweit stattfindende Settimana della Cultura des Kulturministeriums möglich. Im Rahmen der Kulturwoche bieten unzählige Gemeinden, Museen und Institutionen Führungen zu bekannten und weniger bekannten Ausgrabungsstätten an, hier nur einige der wichtigsten:
Im Süden der Insel kann man zum Beispiel ein einer geführten Tour des Sella del Diavolo, des rätselhaften Teufelssattel der Inselhauptstadt Cagliari oder die sonst geschlossene punische Totenstadt Tuvixeddu und die römische Villa Villa di Tigellio erkunden. Außerdem verlangen die Nationalmuseen in Cagliari und Sassari keinen Eintritt. In Pula wird die Kapelle Chiesa di Sant'Efisio und die Ruinenstadt Nora für Besucher frei zugänglich. Auf La Maddalena kann die Villa des italienischen Freiheitskämpfers Giuseppe Garibaldi besichtigt werden und in Bosa wird das neugestaltete ethnografische Museum präsentiert. Wer in dieser Woche auf der Sinis-Halbinsel unterwegs ist, kann sich ausßerdem das Ticket für die antike Hafenstadt Tharros sparen.
Die 64-seitige Broschüre mit allen geöffneten Museen und archäologischen Fundstätten kann man hier auf der Website des Kulturministeriums herunterladen oder auf der Website einsehen.
Monumenti Aperti 2011: Die im September gestarteten Tage des offenen Denkmals auf Sardinien dauern noch bis zum 30. Oktober an
Nach der Sommerpause im Juli und August sind am 25. und 26. September 2011 in San Giovanni Suergiu wieder die Tage des offenen Denkmals gestartet. Weiter geht es mit dem Rendezvous mit der Kultur bereits am dritten Oktoberwochenende, dem 15. und 16. Oktober, in Alghero und Oristano. Die Initiative, die noch bis Ende Oktober besteht, nahm 1997 ihren Anfang in der Inselhauptstadt Cagliari und hat sich in den vergangenen dreizehn Jahren zum Kulturereignis auf der ganzen Insel entwickelt. Zwei Tage lang können Besucher, Schüler, Architektur-, Kunst- und Geschichtsliebhaber sich jeweils über die Sehenswürdigkeiten der teilnehmenden Städte informieren und Einblicke in das vielfältige kulturelle Angebot erhalten. Experten, Schüler und Studenten stellen an Informationsständen und im Rahmen von Einzelveranstaltungen ihre Stadt vor.
Sant’Antonio Abate: Große Lagerfeuer und Feststimmung Mitte Januar in vielen Gemeinden Sardiniens wie in Montresta in der Planargia
Kaum sind der Weihnachtsbraten, der Spumante zu Silvester und das Festmenü zur Befana verdaut, bekommen die Sarden Mitte Januar schon wieder Lust auf Feiern. Wenn die Januarsonne noch ein kühles hellgelbes Licht über die Insel schickt, werden am Abend des 16. Januar riesige Holzfeuer neben den Kirchen entzündet, die dem Heiligen Antonio Abate, dem Antonius dem Großen, gewidmet sind. Am Tag danach feiert man dann in 69 Gemeinden das Fest des Sant'Antonio Abate: Dann wird getanzt und gesungen, gegessen und getrunken. Die Gläubigen ziehen andächtig durch die Gassen der Orte, um sich später auf den Kirchplätzen rings um die Holzfeuer zu versammeln. Hier werden dann Süßspeisen, Brot, Käse und Wein gereicht.
Einer der 69 Orte auf Sardinien, die dem Heiligen Antonius mit einem Dorffest die Ehre erweisen, ist das nur knapp 600 Einwohner zählende Weiler Montresta in der Planargia, zwischen Bosa und Alghero gelegen.
In Montresta feiert man am 16. Januar nicht nur kirchlich, sondern auch weltlich: Bei der Sagra de Sa Saltizza Montrestina wird ein Schlemmerfest zu Ehren der sardischen Salsiccia-Wurst veranstaltet, das seinesgleichen auf der Insel sucht. Bereits am 8. Januar beginnen die Montrestini mit der Vorbereitung der würzigen Wurstspezialität, die Anfang des Jahres am besten schmeckt, wenn das Fleisch der zumeinst halbwilden Hausschweine ist durch die zahllosen Eicheln, die saftigen Macchia-Büsche, reifen Kastanien und frischen Küchenkräuter, die die Tiere in den Wintermonaten massenhaft verputzen, besonders lecker. Nach der religiösen Feier am 16. Januar mit Entzündung des Lagerfeuers und der Brotweihe durch den Pastor des Dorfes um 17.30 Uhr, wird gegen 20.30 Uhr auf der Piazza aufgetischt, was Montresta zu bieten hat: Nicht nur Salsiccia, sondern auch ein deftiger Saubohnen-Eintopf, Brot und Wein aus dem kleinen Dorf werden Einheimischen und Fremden im Massen serviert. Dazu gibt es in diesem Jahr Folkmusik aus Simaxis (Provinz Oristano).
George Clooney und Elisabetta Canalis genießen die September-Sonne auf Sardinien
Lange wurde gerätselt: Hält die Liaison von Hollywoodstar George Clooney und Model Elisabetta Canalis? Denn erst im April 2010 unkten böse Zungen, dass die Beziehung zwischen dem Schauspieler und Freundin Elisabetta schon seit der letzten Oskarverleihung kriselte. Jetzt ist es raus: Clooney und das rassige Showgirl aus Sassari sind immer noch ein Paar. Und ein glückliches obendrein! Am vergangenen 15. September erreichte das prominente Liebespaar mit Clooneys Privatjet den Flughafen von Alghero im Nordwesten von Sardinien. Von hier ging es zunächst zu den Eltern von Elisabetta und dann nach Tresnuraghes, südlich von Bosa, wo die Familie Canalis ein historisches Anwesen besitzt. Die beiden zeigten sich verliebt, Hand in Hand, brausten mit dem Motorrad über die kurvenreiche und atemberaubende Panoramastrecke, die Bosa mit dem katalanischen Städtchen Alghero verbindet und genossen die warme September Sonne der italienischen Mittelmeerinsel. Nach zwei Tagen Sardinien, reist Clooney heute wieder ab, während Elisabetta noch ein paar Tage in ihrer Heimat verweilt.
Faschingsdienstag auf Sardinien: Karnevalstraditionen in Oristano und Bosa
Das prachtvolle Reiterfest "Sa Sartiglia" in Oristano ist ein spannender Wettstreit rund um Reitergeschick und traditionelle Kostüme: In atemberaubender Geschwindigkeit gehen prachtvoll geschmückte Reiter auf die Jagd nach einem Silberstern, der mit dem Degen aufgespießt werden muss. Im Galopp geht es dabei durch die engen Gassen der Altstadt von Oristano und zahlreiche Zuschauer drängen sich in den Straßen, den Tribünen und entlang der Rennstrecke. In diesem Jahr fiel das Resultat der Jagd nach dem Silberstern eher mager aus: Gerade mal 15 Sterne haben die Helden am gestrigen Sonntag aufgespießt- schlechte Vorzeichen für die Provinzhauptstadt im Westen Sardiniens? An der Anzahl der aufgespießten Sterne lässt sich das Schicksal des Städtchens ablesen, so will es zumindest die Legende. Wer die Sartiglia 2010 nicht verpassen will, hat morgen noch einmal Gelegenheit: Am Faschingsdienstag findet traditionell die letzte Parade statt.
Ganz schön kühn geht es am Faschingsdienstag in Bosa zu. In der mittelalterlichen Stadt im Westen der Insel bringen Narren und Jecken ihre Karnevalsbotschaft auf ganz unkonforme Art unter die Leute: Entstellte Puppen, Sinnenfreuden und Sexualitätund unmissverständlichen Phallussymbole gezeigt, deren Darstellung während des närrischen Faschingsdienstag als nicht anstößig empfunden wird. Das Faschingsfest in Bosa, das den ganzen Dienstag andauert, endet traditionell mit einer Nubbelverbrennung, bei der mehrere Figuren unter lautem Geheule und Wehklagen verbrannt wurden, denn mit dem Sündenbock gehen alle Sünden der närrischen Zeit in Flammen auf. In Bosa mitzumischen ist ein echtes Erlebnis! Publikum und Gäste werden in den närrischen Spaß einbezogen und wer will, wird gern mit einem guten Schluck Wein für seine Teilnahme belohnt.
Sant'Antoni 'e su fogu in Montresta an der Westküste von Sardinien: Sardische Gemütlichkeit zu Ehren des Heiligen Antonio Abate
Im 650-Seelendorf Montresta, knapp 15 Kilometer nördlich von Bosa, geht es am 16. Januar 2010, wie auch in vielen anderen Orten von Sardinien, um Antonius den Großen, der auch der „Vater der Mönche“ genannt wird. Mitte Januar feiern die Bewohner des Dorfes den Begründer des christlichen Mönchtums mit einem großen Fest. Zahlreiche Besucher kommen alljährlich, angelockt von einem riesigen Holzfeuer, Salsiccia Montrestina und der sardischen Musikgruppe Cordas et Cannas. Das große Feuer zu Ehren des Sant'Antonio Abate wird gegen 16.30 Uhr angezündet und brennt die ganze Nacht hindurch. Aus dem in Schwaden aufsteigenden dicken Rauch ist angeblich zu ersehen, ob das neue Erntejahr unter einem guten oder schlechten Vorzeichen beginnt. Gegen 20.00 Uhr werden vor dem Holzfeuer Saubohnen, Kohlsuppe, gegrillte Wurst und ein in Montresta gekelterter Wein gereicht.
Sant'Antoni war ein Asket, der im 3. Jh. n.Chr. als Einsiedler in der Wüste lebte. Er wurde als Wundertäter sowie Mann Gottes bewundert und ist der Schutzheilige der Bauern und ihrer Nutztiere.
Die Westküste von Sardinien - die schönsten Strände zwischen bizarren Felsbögen und offenen Steilwänden
Goldgelber, feiner Sand, hellgrauer Kiesel oder weißer Kalkfelsen, spiegelglattes, azurblaues Meer oder von tosender Brandung umspielte Trachyklippen, schönster Sonnenschein oder rauer Wind – die Strände des Margine Planargia, an der Westküste von Sardinien, zwischen Torre del Pozzo und Capo Maragiu bieten wilde Naturstrände, berauschende Ausblicke auf smaragdblaues Wasser und eine großartige Felsenkulisse.
Ganz schön kühn – Faschingsdienstag in Bosa an der Westküste von Sardinien
In Bosa, dem mittelalterlichen Städtchen an der Westküste von Sardinien haben Narren und Jecken ihre Karnevalsbotschaft gestern auf ganz unkonforme Art unter das Publikum gebracht.
Höhepunkte des "Karrasegare Osinku" waren am Vormittag "S'Attittidu" (der Klagegesang) und am Abend, sobald es dunkel wurde der „Giolzi“ (der Karneval auf der Flucht). Ganz in Schwarz gehüllt waren die Bewohner des Ortes, die morgens durch die Strassen irrten und nach einem Tikkirigheddu de latte - einem Schluck Milch schrien, für die Puppe die sie in den Armen hielten. Die wehklagenden Frauen beweinten das hungernde Kind, das von seiner Mutter in der Nacht verlassen wurde, um sich dem Karnevals-Party-Rausch hinzugeben. Die Puppen waren entstellt und assoziierten Sinnenfreuden und Sexualität. Oft wurden sie mit unmissverständlichen Phallussymbolen gezeigt, deren Darstellung während des närrischen Faschingsdienstag als nicht anstößig empfunden wird. Am Abend präsentierten sich die vormals Trauernden ganz in Weiß - ein Bettlaken als Umhang, ein Bettbezug oder Handtuch als Kopfbedeckung. Sie suchten den Giolzi – den Karneval, der heute schon wieder vorbei ist und sich mit Vorliebe im Genitalbereich versteckt hielt. Sie machten vor keinem halt und leuchteten mit Kerzen und Laternen jeden an, der ihnen über den Weg lief. Dann riefen sie: „Giolzi! Giolzi! Ciappadu! Ciappadu! – Giolzi! Giolzi! Ich hab ihn! Ich hab ihn!“. Das Faschingsfest endete mit einer Pupazzi-Verbrennung, bei der mehrere Figuren unter lautem Geheule und Wehklagen verbrannt wurden, denn mit den Pupazzi gehen alle Sünden der närrischen Zeit in Flammen auf. Hier mitzumischen war ein wahres Erlebnis! Publikum und Gäste wurden in den närrischen Spaß mit einbezogen und wer wollte mit einem guten Schluck Wein belohnt.
"Wunderschönes Sardinien"- Inselreporteage am Sonntag im WDR
"Als Gott die Welt erschuf, hatte er von jedem Teil der Erde noch ein paar Steine, Erde, Blumen und Bäume übrig und formte daraus Sardinien..."
Am Sonntag entdeckt die WDR-Reporterin Tamina Kallert die Insel. Die 90-Minuten-Reportage führt die Zuschauer unter anderem nach Alghero, Bosa und Orgosolo, zu Schäfern, Kletterkünstlern und Tenores-Sängern. Link zur Sendung