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Dienstag, 1. März 2011
Das Sardinien-Wetter Anfang März: Regen und Schnee - Sonne erst wieder zum Karnevals-Wochenende
Der März startet mit Niederschlägen auf Sardinien. Nach einem Februar mit vielen Sonnenstunden hat der Regen die Insel die nächsten Tage im Griff. In den Bergen der zentralsardischen Provinz Nuoro kann es auch schneien. Dazu weht ein kräftiger Wind, vor allem in der Meerenge zwischen Sardinien und Korsika, der Straße von Bonifacio. Die Temperaturen steigen nur im äußersten Süden Sardiniens über zehn Grad Celsius.
Doch Karneval ist gesichert: Ab dem Schmutzigen Donnerstag, wenn Gruselgestalten mit Tierfellen, Schellen und Holzmasken mit viel Geschrei, Gebimmel und Gerassel durch die sardischen Dörfer ziehen, kann es zwar noch vereinzelt regnen, aber rechtzeitig zum Wochenende soll es wieder besser werden. Die klassischen Fasnachtsumzüge in den KarnevalshochburgenTempio Pausania, Bosa, Ovodda, San Gavino und etwa 40 weiteren Gemeinden Sardiniens fallen also nicht ins Wasser – am Sonntag gibt es sogar strahlenden Sonnenschein und Temperaturen um die 15 Grad!
Faschingsdienstag auf Sardinien: Karnevalstraditionen in Oristano und Bosa
Das prachtvolle Reiterfest "Sa Sartiglia" in Oristano ist ein spannender Wettstreit rund um Reitergeschick und traditionelle Kostüme: In atemberaubender Geschwindigkeit gehen prachtvoll geschmückte Reiter auf die Jagd nach einem Silberstern, der mit dem Degen aufgespießt werden muss. Im Galopp geht es dabei durch die engen Gassen der Altstadt von Oristano und zahlreiche Zuschauer drängen sich in den Straßen, den Tribünen und entlang der Rennstrecke. In diesem Jahr fiel das Resultat der Jagd nach dem Silberstern eher mager aus: Gerade mal 15 Sterne haben die Helden am gestrigen Sonntag aufgespießt- schlechte Vorzeichen für die Provinzhauptstadt im Westen Sardiniens? An der Anzahl der aufgespießten Sterne lässt sich das Schicksal des Städtchens ablesen, so will es zumindest die Legende. Wer die Sartiglia 2010 nicht verpassen will, hat morgen noch einmal Gelegenheit: Am Faschingsdienstag findet traditionell die letzte Parade statt.
Ganz schön kühn geht es am Faschingsdienstag in Bosa zu. In der mittelalterlichen Stadt im Westen der Insel bringen Narren und Jecken ihre Karnevalsbotschaft auf ganz unkonforme Art unter die Leute: Entstellte Puppen, Sinnenfreuden und Sexualitätund unmissverständlichen Phallussymbole gezeigt, deren Darstellung während des närrischen Faschingsdienstag als nicht anstößig empfunden wird. Das Faschingsfest in Bosa, das den ganzen Dienstag andauert, endet traditionell mit einer Nubbelverbrennung, bei der mehrere Figuren unter lautem Geheule und Wehklagen verbrannt wurden, denn mit dem Sündenbock gehen alle Sünden der närrischen Zeit in Flammen auf. In Bosa mitzumischen ist ein echtes Erlebnis! Publikum und Gäste werden in den närrischen Spaß einbezogen und wer will, wird gern mit einem guten Schluck Wein für seine Teilnahme belohnt.
Karneval in Oristano: Spektakuläres Reiterfest Sa Sartiglia. Tickets ab sofort im Vorverkauf
Eines der spannendsten Karnevalsereignisse Sardiniens ist das atemberaubende Reiterfest Sa Sartiglia in Oristano, an der Westküste der Insel. Am Sonntag vor Rosenmontag (14.01.2010) und am Veilchendienstag (16.01.2010) findet der spannende ein Wettstreit - die Jagd auf einen Stern - statt: Im Galopp jagen die Reiter über die Hauptstraße, um mit Degen und Schwert dort hängende Sterne aufzuspießen – je mehr davon eingefangen werden, desto besser fällt die kommende Ernte aus, so will es zumindest die Legende. Nach dem Sternstechen zeigen die Reiter in halsbrecherischem Tempo Kunstfiguren auf dem Rücken ihrer Pferde. Zur Sartiglia ist ganz Oristano auf den Beinen. Wer das vielleicht bekannteste Reiterfest der Insel besuchen will, sollte schon früh da sein um sich die besten Plätze auf den Tribünen zu sichern. Wer ganz sicher gehen will, kann die Tickets, die je nach Platz zwischen 15 und 30 Euro kosten, aber seit heute, den 25. Januar 2010, vorbestellen: Entweder über die Website http://www.sartiglia.info/ oder das Ticketportal http://www.vivaticket.it/.
Ganz schön kühn – Faschingsdienstag in Bosa an der Westküste von Sardinien
In Bosa, dem mittelalterlichen Städtchen an der Westküste von Sardinien haben Narren und Jecken ihre Karnevalsbotschaft gestern auf ganz unkonforme Art unter das Publikum gebracht.
Höhepunkte des "Karrasegare Osinku" waren am Vormittag "S'Attittidu" (der Klagegesang) und am Abend, sobald es dunkel wurde der „Giolzi“ (der Karneval auf der Flucht). Ganz in Schwarz gehüllt waren die Bewohner des Ortes, die morgens durch die Strassen irrten und nach einem Tikkirigheddu de latte - einem Schluck Milch schrien, für die Puppe die sie in den Armen hielten. Die wehklagenden Frauen beweinten das hungernde Kind, das von seiner Mutter in der Nacht verlassen wurde, um sich dem Karnevals-Party-Rausch hinzugeben. Die Puppen waren entstellt und assoziierten Sinnenfreuden und Sexualität. Oft wurden sie mit unmissverständlichen Phallussymbolen gezeigt, deren Darstellung während des närrischen Faschingsdienstag als nicht anstößig empfunden wird. Am Abend präsentierten sich die vormals Trauernden ganz in Weiß - ein Bettlaken als Umhang, ein Bettbezug oder Handtuch als Kopfbedeckung. Sie suchten den Giolzi – den Karneval, der heute schon wieder vorbei ist und sich mit Vorliebe im Genitalbereich versteckt hielt. Sie machten vor keinem halt und leuchteten mit Kerzen und Laternen jeden an, der ihnen über den Weg lief. Dann riefen sie: „Giolzi! Giolzi! Ciappadu! Ciappadu! – Giolzi! Giolzi! Ich hab ihn! Ich hab ihn!“. Das Faschingsfest endete mit einer Pupazzi-Verbrennung, bei der mehrere Figuren unter lautem Geheule und Wehklagen verbrannt wurden, denn mit den Pupazzi gehen alle Sünden der närrischen Zeit in Flammen auf. Hier mitzumischen war ein wahres Erlebnis! Publikum und Gäste wurden in den närrischen Spaß mit einbezogen und wer wollte mit einem guten Schluck Wein belohnt.
Karneval: Cagliari verzichtet beim Umzug auf riesige Karren und beißende Satire
Karneval in Cagliari mal anders: Beim ersten offiziellen Umzug 2009 zogen keine brummenden Festwägen sondern von Pferden gezogene Stützkarren durch die Straßen. Und das war nicht die einzige Neuerung des „Carnevale dei Folli“. Im Mittelpunkt des diesjährigen närrischen Treiben standen auch keine karikierten und verspotteten Politiker. Die Inselhauptstadt zeigte vielmehr traditionelle sardische Masken, prachtvolle venezianische Maskenkostüme, Jongleure und Zirkuskünstler. Bei Nieselregen warteten heute am späten Nachmittag nur weniger Narren auf den traditionellen Karnevalsumzug. Doch die Laune ließ sich keiner der Jecken vom trüben Februarhimmel verderben. Ab 17.30 Uhr schlängelte sich der Umzug mit Pauken, Trommeln und Trompeten durch die Straßen des Zentrums.
Cagliari ist für die Masken der „sa panettera“ (Bäckerin), „sa viuda“ (Witwe), „sa filonza“ (Spinnerin), „su tialu“ (Teufel) und „su gattu“ (Katze) bekannt.
Mehr Informationen zum Karneval auf Sardinien: http://www.sardinien.com/kultur/feste/aktuelle_feste/karneval.cfm