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Freitag, 11. Dezember 2009

“Sangue dal Cielo - quasi un musical“ – Uraufführung des Bühnenstücks im Teatro Massimo von Cagliari


Die ganze Nacht hindurch fällt roter Regen - Wasser mischt sich mit rotem Wüstensand – zu Himmelsblut. Das Theaterstück “Sangue dal Cielo - quasi un musical“, ist eine Umsetzung des Krimis “Sangue dal Cielo“ des sardischen Autors Marcello Fois und wurde am 09. Dezember 2009 in Cagliari uraufgeführt. Das Himmelsblut begleitet Buch wie Theaterstück von Anfang bis Ende. Das war es dann aber fast schon mit den Gemeinsamkeiten. Anders als in der Romanvorlage, spielt sich die gesamte Handlung des Bühnenstücks in den Träumen des Anwalts und Rechtsverdrehers Sebastiano Satta aus dem zentralsardischen Nuoro ab. Rechtsverdreher deshalb, weil im archaischen Sardinien Ende des 19. Jahrhunderts noch andere Gesetze als Recht und Richtersprüche galten – die der Familie, der Gesellschaft, des Rufs und des Ansehens. In beeindruckenden Dialogen, teilweise in Nuoresischem Dialekt gehalten, lernt der Zuschauer, dass in dieser Gesellschaft keiner an Recht und Gesetz glaubt. Schlimmer noch, als den eigenen Enkel wegen Mordes im Gefängnis zu wissen, ist die Perspektive, er könne wegen Unzurechnungsfähigkeit freigelassen werden – Was sollen nur die anderen denken? Autoritäten sind nicht Gefängnisse, Richter oder Anwälte, sondern allenfalls die Ärzte, denen alles erlaubt zu sein scheint.
Das Theaterensemble „Teatro Stabile della Sardegna“ hat unter der Regie von Guido De Monticelli mit “Sangue dal Cielo – quasi un Musical” ein Stück geschaffen, das gesellschaftliche Zwänge, Selbstjustiz und Ehre einer archaischen Zeit überzeugend vermittelt. Die Krimi-Handlung der Romanvorlage gerät dabei in den Hintergrund. Dafür weiß das Bühnenbild zu beeindrucken – die gesamte Handlung des fast zwei Stunden andauernden Bühnenwerks mit Singstücken (daher der Untertitel „fast ein Musical“) findet in und um das große Bett des Anwalts statt – das elegante, multifunktionale Bettgestell wird kurzerhand zum schmucken Cafehaus, zur Schlachterei, dann zum orientalischen Fakirspektakel und schließlich zum Leichenschauhaus.

Das Teatro Massimo, in dem das Stück uraufgeführt wurde, liegt im Stadtviertel Stampace, westlich des Stadtzentrums und zählte einst zu den wichtigsten Bühnen der sardischen Inselhauptstadt. Es wurde kurz nach dem zweiten Weltkrieg 1947 als Theater- und Lichtspielhaus eröffnet und hatte seine Glanzzeit in den 1950-er und 1960-er Jahren, als internationale Showgrößen wie die Opernsängerin Maria Callas ihre Auftritte auf Sardinien hatten. 1981 wurde das „Massimo“ bei einem Brand zerstört und erst fast 30 Jahre später, im Februar 2009 wiedereröffnet. Das Teatro Massimo in der Viale Trento / Ecke Via De Magistris ist seither Stammhaus des sardischen Theaterensembles „Teatro Stabile della Sardegna“.

Weitere Aufführungstermine von “Sangue dal Cielo - quasi un musical“: 11. Dezember. 17.00 und 21.00 Uhr, 12. Dezember 21.00 Uhr sowie 13.12. um 19.00 Uhr.

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Mittwoch, 19. November 2008

Aktuelles „Zibaldone“-Heft erscheint im Dezember - Thema der Nummer: Sardinien

Im Dezember 2008 erscheint die aktuelle Nummer der »Zeitschrift für Italienische Kultur der Gegenwart - Zibaldone« im Stauffenburg Verlag.
Das neue Heft eröffnet Sardinienfans auf 179 Seiten einen aktuellen Einblick in die Kultur- und Sprachgeschichte der Sarden und lockt mit Beiträgen über Grazia Deledda, Maria Giacobbe, D.H. Lawrence, Carlo Levi, Ernst Jünger, den Fotografen Tet Arnold von Borsig und Texten von Flavio Soriga, Milena Agus sowie Dichtern in sardischer Sprache.

Das deutschsprachige Magazin Zibaldone berichtet über italienische Kultur, Lebensart und Geschichte und richtet sich an alle Italienfans. Heft für Heft werden Debatten mit Streifzügen ins Kulinarische, Historische und Künstlerische geführt. Die Zeitschrift, die von Schriftstellern, Journalisten und Wissenschaftlern geschrieben wird, wurde mit dem Premio Montecchio und dem Premio Nazionale per la Traduzione ausgezeichnet.

Aus dem Inhalt des Sardinien Heftes:
Flavio Soriga: «Una volta ero a Bologna [...]»
Georges Güntert: Grazia Deledda: Nobelpreisträgerin mit Volksschulabschluss
Claudio Natoli: Der Faschismus in Sardinien
Birgit Wagner: Maria Giacobbe, eine europäische Autorin
Friedrich Wolfzettel: Das mythische Sardinien bei D.H. Lawrence und Carlo Levi
Godehard Schramm: «Wunderbare Augenblicke». Ernst Jüngers unerschöpfliche ‹Sardische Heimat›
Titus Heydenreich: Sardinien im Blick des Photographen Tet Arnold von Borsig
Birgit Wagner: Maria Giacobbe, eine europäische Autorin
Marco Cerruti: Bemerkungen zur jüngsten sardischen Erzählliteratur
Gonaria Floris: Der Mond im Brunnen. Über den Roman ‹Mal di pietre› von Milena Agus
Nicola Tanda: Die neue zweisprachige Literatur in Sardinien
Andrea Deplano: Mehrstimmigkeiten: ‹Launeddas› und ‹Canto a Tenore›

Heft No. 46: Sardinien
Erscheinung: Dezember 2008

Einzelpreis: EUR 12,- / SFr 21,80 (zzgl. Versandkosten)
Heftumfang: 179 Seiten
Weitere Informationen und Bestellung



Zibaldone - Zeitschrift für italienische Kultur der Gegenwart
Herausgegeben von Thomas Bremer und Titus Heydenreich

Erscheinungsweise: halbjährlich
Jahresabonnement: EUR 18,– / SFR 32,- (zzgl. Versandkosten)
Einzelpreis: EUR 12,- / SFr 21,80 (zzgl. Versandkosten)
Heftumfang: ca. 160 Seiten

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