Nachrichten und aktuelle Meldungen aus und rund um Sardinien.
Mittwoch, 7. Dezember 2011
Immacolata - Weihnachtstraditionen auf Sardinien
Überall bunte Lichter, der Duft von Kaminfeuer und Röstkastanien - weihnachtliche Adventsstimmung kommt auf Sardinien trotz der milden Temperaturen, die tagsüber auch in den nächsten Tagen um die 18 Grad liegen, ab dem morgigen Donnerstag, den 8. Dezember auf: Der Tag der Mariä Empfängnis ist vor allem für die Kinder ein besonders schöner Tag. Anders als in Nordeuropa beginnen die Sarden am Tag der „immaculata conceptio“ mit dem Schmücken des Weihnachtsbaumes. Für die Großen hingegen ist der 8. Dezember meist mit Stress verbunden: Die ersten Weihnachtseinkäufe werden getätigt, denn Geschäfte und Läden sind an diesem nationalen Feiertag geöffnet. Außerdem will der Festtagstisch gedeckt werden. Bei dem Vorweihnachtsstress vergessen Viele den religiösen Hintergrund des Feiertags. Das katholische "Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria ", so der komplette Titel, erinnert an die Sündenfreiheit der Mutter Jesu. Früher sollten an diesem Tag die Frauen nicht arbeiten. Seit 1953 begibt sich der Papst am Nachmittag des 8. Dezembers zur Säule der Unbefleckten Empfängnis auf der Piazza di Spagna in Rom, um sich im Gebet vertrauensvoll an die heilige Jungfrau zu wenden.
Alljährlich wird in Selargius unter den Brautpaaren der Gemeinde eines ausgewählt, das die Ehe im Stil einer ursprünglichen sardischen Hochzeit vollzieht. Die Braut trägt kein weißes Brautkleid sondern eine kostbare Tracht. Nach der feierlichen Einkleidung gegen 08.00 Uhr und der Segnung um 9.30 Uhr, zieht das Brautpaar, begleitet von einem prunkvollen Festzug, durch die Straßen des Städtchens bis zur Kirche, in der es sich gegen 11.30 Uhr nach einem alten Brauch der Campidano-Region das Jawort gibt. Bei der Trauung werden Braut und Bräutigam nach der Zeremonie aneinander gekettet. So begeben sich die frisch Vermählten quer durch die Stadt auf Brautzug. Gegen 20.00 Uhr klingt die Hochzeitsfeier mit einem bunten Folklore-Programm langsam aus: Musik und Tanz gestalten die Trauung noch bis in den Abend hinein
Notti di Luna in Arzachena: Internationaler Folk-Abend Für alle Fans sardischer Trachten und Folklore
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Notti di Luna in Arzachena (Nordost-Sardinien) gibt es im Juli zwei Highlights für Fans sardischer Trachten und Folklore: Am 25. Juli 2010 findet auf dem zentralen Dorfplatz Piazza Risorgimento ein internationaler Folk-Abend statt, zu dem der Trachtenverein von Arzachena Folk-Gruppen aus aller Herren Länder zusammengerufen hat. Knapp eine Woche später, am Freitag den 30.07. gibt es dann sardischen Folk pur: Die Trachtengruppen aus dem zentralsardischen Paulilatino und aus Arzachena laden zu einem gemeinsamen Traditionsabend ein.
Auf Sardinien hat jedes Dorf seine ganz eigenen Trachtentraditionen und Tänze. Der typisch sardische Tanz (Ballo sardo oder auch ballu sardu)ist ein Gruppentanz, begleitet sardischer Volksmusik aus Akkordeon- und Laundeddasflöten-Klängen. Fast jedes größere Dorf hat seine Tanztradition, am meisten verbreitet sind jedoch die Unterarten Ballu Tundu (Kreistanz), A Passu (Im Schritt) und Ballu Seriu (Ernster Tanz). Der Ursprung der sardischen Tänze ist sehr alt: Er geht vermutlich auf prähistorische Jagd- und Erntedankrituale zurück. In vielen archaischen Bergdörfern war und ist die Folkloretanzgruppe natürlich ein großer Heiratsmarkt und die bekanntesten Tanzgruppen touren heute regelmäßig durch die Insel und werden auf internationale Folklorefeste auf der ganzen Welt eingeladen.
An diesem Wochenende ist Karnevalsauftakt auf Sardinien: Sant'Antonio Abate in Mamoiada
Etwa 650 Meter über dem Meeresspiegel in der wildromantischen Barbagia di Ollolai liegt das 2500-Seelen-Dorf Mamoiada, und zwar direkt inmitten grüner Weinberge und dichter Kork- und Steineichenwälder.Im Ortskern steht die große, das Dorfbild prägende Kirche „Nostra Signora di Loreto“ aus dem 17. Jahrhundert. Hier wird der Vorabend des Festtages zu Ehren des Heiligen Antonio Abate (Feuerheiliger) gefeiert. In Mamoiada ist der 17.01. nämlich Auftakt der Karnevalsaison. Kurz nach fünf Uhr suchen sich die Zuschauer einen guten Platz, auf dem Kirchenvorplatz wird ein großer Holzstoß aus Eichenwurzeln angezündet, der Pfarrer läuft drei mal ums Feuer, bevor Familienväter aus diesem glühende Scheite entfernen, um dreißig bis vierzig weitere Holzfeuer im ganzen Ort zu entzünden. >> Lesen Sie mehr über Sant'Antonio Abatae in unserem Artikel >> Lesen Sie mehr über Karneval auf Sardinien in unserem Artikel
An diesem Wochenende Corsa degli Scalzi und Sagra del Muggine di Cabras in der Provinz Oristano
Im Morgengrauen des ersten Sonntag im September nimmt eine Gruppe junger Männer in Cabras die Erlöserstatue entgegen und trägt sie barfuß in die sechs Kilometer entfernte Kirche von San Salvatore. Am nächsten Tag läuft das legendäre Geschehen erneut ab: Hunderte junge Männer, nur mit einer weißen Kutte bekleidet, befördern im Laufschritt die Statue von der Kirche San Salvatore zur Pfarrkirche von Cabras zurück. Dieser religiöse Barfußlauf gehört zu den wichtigsten sakralen Festen der Insel und geht auf eine Tradition aus dem frühen 17. Jahrhundert zurück.
Das Fest wird von zahlreichen Events begleitet: Am 6. September findet in Cabras ein Fest zu Ehren der Meeräsche statt. Auf der Sagra del Muggine di Cabras wird der leckere Fisch aus den Weihern um Cabras verköstigt. Abends spielt die bekannte sardische Band Janas.
Sardinien, Matrimonio Selargino - Eheschließung auf Sardisch
Wer die sardische Tradition genießen und etwas erleben möchte, der sollte sich in den Süden von Sardinien begeben. Am 14. September 2008 ist es wieder soweit! Dann findet in Selargius eine echte sardische Eheschließung statt. Im Vorort der Inselhauptstadt Cagliari wird jedes Jahr unter den Brautpaaren der Gemeinde eines ausgewählt, das die Ehe im Stil einer ursprünglichen sardischen Hochzeit vollzieht. Die Braut trägt kein weißes Brautkleid sondern eine kostbare Tracht. Nach der feierlichen Einkleidung um 08.00 Uhr, gibt sich das Brautpaar in der "Chiesa Maria Vergine Assunta" um 11.00 Uhr das Jawort nach einem alten Brauch der Campidano-Region. Bei der Trauung werden Braut und Bräutigam nach der Zeremonie aneinander gekettet. So begeben sich die frisch Vermählten quer durch die Stadt auf Brautzug.. Ab 20.00 Uhr klingt die Hochzeitsfeier mit einem bunten Folklore-Programm dann langsam aus: Musik und Tanz auf dem Sportplatz V. Porcu gestalten die Trauung noch bis in den Abend hinein.