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Donnerstag, 27. Oktober 2011

Halloween auf Sardisch? Bei Su Mortu Mortu, Is Panixieddas und Is Animeddas werden im Herzen von Sardinien alte Allerseelen-Traditionen bewahrt

Wenn Ende Oktober und Anfang November zu Allerseelen verkleidete Kinder durch die Gassen der Dörfer in Süd- und Zentralsardinien streifen und an den Haustüren klopfen, bitten sie nicht „Süßes, sonst gibt’s Saures“ wie heute in aller Welt zu Halloween. Die Traditionen rund um Allerseelen haben auf Sardinien einen viel älteren Ursprung als das amerikanische Halloween-Fest, das in den 1990-er Jahren in seiner kommerziellen Version über den großen Teich nach Europa geschwappt ist.
Su Mortu Mortu lautet der Name des Totenfestes, zu dem im zentralsardischen Nuoro durch die Stadt streifenden Kindern Walnüsse, Kastanien und Haselnüsse im Eingedenk an die Verstorbenen geschenkt werden. Dass sich heute in die Spenden so manch ein Schokoriegel oder Geldstück mischt, ist schon fast eine Fortsetzung der alten Tradition, dass die Wohlhabenden der Stadt zu Beginn der Wintermonate auch ein wenig ihres Reichtums mit den ärmeren Nuoresi teilen.
In Südsardinien und den fruchtbaren Ebenen des Campidano waren die Geschenke an die Kinder noch reichhaltiger: Früchte, Rosinen, Mandeln, Granatäpfel und Orangen füllten die Taschen der Kinder, die zum Beispiel in Decimoputzu als „Is Animeddas“, also als „die kleinen Seelen“verkleidet, am 2. November von Haus zu Haus zogen. Auch hier gelten die Spenden an die Kinder symbolisch als Pfand für die Erinnerung an die Verstorbenen der Familie.

Ossus de mortù“, ein steinharter, herbsüßer und mit Zuckerguss überzogener Mandelkeks ist ein typisches sardisches Gebäck zu Allerseelen


Vor allem Süßigkeiten gibt es hingegen in anderen Dörfern des Campidano: Dort wird das Allerseelen-Fest „Is panixieddas“ genannt und in Dolianova, San Nicolo Gerrei und San Sperate landen für die Jahreszeit typische „dolci sardi“, süße Kekse und Plätzchen auf dem Tisch und in den Taschen der Kinder: „pani de sapa“, ein mit eingekochtem Most zubereitetes, dunkelbraunes, saftiges und sirupsüßes Gebäck, oder „ossus de mortù“, ein steinharter, herbsüßer und mit Zuckerguss überzogener Mandelkeks. Sein Name, „Knochen der Toten“, spielt auf das Gedenken an die Toten zu Allerseelen an.

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Dienstag, 11. Januar 2011

„Sardinien, Stolz und Ehre hoch zu Ross“ – Reportage am 15. Januar bei arte

Der deutsch-französische Kulturkanal arte widmet sich in seiner Sendung „360° - Geo Reportage“ einem wichtigen Aspekt der sardischen Kultur: Tradtitionen und Brauchtum rund um das Thema Reiten, Pferdezucht und Reiterspektakel. Dazu entführt der 43-minütige Film, der 2009 auf der Insel gedreht wurde, in das Dorf Sedilo in Zentralsardinien. Dort findet alljährlich das Reiterspektakel S’Ardia statt. Der Film von Regisseurin Svea Andersson läuft am Samstag, 15. Januar 2011 um 19.30 Uhr und wird zu folgenden Zeiten wiederholt: 21.01.2011 um 08.00 Uhr sowie am 22.01.2011 um 10.50 Uhr.
Aus dem Sendungstext:

In dem sardischen Hirtendorf Sedilo ehren die Einwohner seit mehreren Hundert Jahren ihren "Heiligen" Konstantin, der eigentlich römischer Kaiser war und ein Wegbereiter des frühen Christentums, mit der sogenannten Ardia, die eine entscheidende Schlacht Konstantins nachstellt. Dieses Reiterspektakel Anfang Juli ist der religiöse und gesellschaftliche Höhepunkt des Jahres. Zehntausende Sarden und Touristen pilgern in das bergige Hinterland Sardiniens, um die einzigartige Atmosphäre der Ardia zu erleben. "360° - Geo Reportage" hat die wilden Reiter von Sedilo auf ihrem riskanten Ritt begleitet.Es sind die letzten ruhigen Tage in Sedilo, einem Bergdorf in Zentralsardinien, nahe dem Lago Omodeo. Viele der rund 2.400 Einwohner sind Hirten. Begriffe wie Ehre und Familie haben große Bedeutung, und lange Zeit war das Leben im Dorf noch von Blutrache und Entführungen überschattet. Sedilo ist ein Dorf der Reiter und Austragungsort des größten Spektakels auf Sardinien - der Ardia. Bei diesem Pferderennen zu Ehren des Heiligen und ehemaligen römischen Kaisers Konstantin geht es nicht um Geld, sondern um Ruhm und religiöse Gelübde.Schon als Jugendliche haben sich die Männer des Dorfes dafür in das Buch des Priesters eingetragen, der jedes Jahr den ersten Fahnenträger, den Anführer des Rennens, bestimmt. In diesem Jahr ist Don Agostinos Wahl auf Giovanni Mula, genannt Su Bellu - der Schöne, gefallen. Su Bellu hatte im letzten Jahr einen schweren Unfall. Eigentlich ist er noch nicht fit genug, mit Dutzenden wilden Reitern um die Kirche zu jagen. Doch er hat dem Heiligen Konstantin sein Versprechen gegeben.
Allerdings ist es nicht einmal klar, ob die Ardia in diesem Jahr überhaupt stattfinden wird. Im letzten Jahr gab es einen tödlichen Sturz, und nun haben sich Inspektoren aus Rom angesagt, die neue Sicherheitsauflagen fordern, wie Unfallversicherungen, tierärztliche Kontrollen und Alkoholtests. Einige der stolzen Reiter wollen das Rennen unter diesen Umständen boykottieren. Su Bellu aber hofft, dass die Reiterkollegen einlenken und ihm als Hauptdarsteller eine schöne Ardia ermöglichen. Denn er weiß: In diesem Jahr werden es sein Name, seine Familienehre und sein Gelübde sein, die sich dann auf ewig mit der Geschichte der Ardia von Sedilo verbinden.

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Donnerstag, 12. Februar 2009

Weiße Pracht auf Sardinien: Bis zu 40 Zentimeter Neuschnee im Gennargentu

Weiße Pracht auf Sardinien: In Zentralsardinien, dem Gennargentu-Gebirge, hat es in der vergangenen Nacht bis zu 40 Zentimeter Neuschnee gegeben. In vielen Bergdörfern wie Fonni, Bitti, Tonara und Desulo war der Verkehr in den Morgenstunden teilweise blockiert. Auch in der Provinzhauptstadt Nuoro hat es in den Morgenstunden geschneit. EIne Wetterbesserung ist bis zum Wochenende nicht in Sicht.

(Foto: Archiv)

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