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Dienstag, 1. November 2011

Am Ognissanti ruht Sardinien und bewahrt ihre alten Allerheiligen-Traditionen

Am Allerheiligen hat sich in vielen Dörfern von Sardinien ein alter Brauch bewahrt: „Su Mortu Mortu“.
In Nuoro und in der Barbagia streifen die Kinder am Morgen von Ognissanti durch die Gassen der Orte und bitten um Almosen für die Verstorbenen. „Seu su mortu mortu“ jammern sie nachdem sie an den Haustüren geklopft haben, denn ihre Gebete und Fürbitten sollen das Leiden der Seelen im Fegefeuer erleichtern.
Dieser Brauch wird aber auch in anderen Teilen der Insel gefeiert: Im Süden und an der Ostküste rufen die Kinder „Is Animeddas e Is Panixeddas“ oder „Su ‘ene ‘e sas ànimas”. Im Campidano und in der Ogliastra klagen sie hingegen lautstark „seus benius po is animeddas“, „mi das fait po praxeri is animeddas“oder „carki cosa po sas ànimas”.

Zum Fest werden „Pabassinas“, „Ossus de mortu“ und „Pani ’e saba“ gebacken, süße Plätzchen und ein buntes Früchtebrot. Neben den Backwaren werden den Kids auch Walnüsse, Kastanien, Haselnüsse, Mandeln, Granatäpfel und Orangen geschenkt.

Am Allerheiligen und am Allerseelen, am 2. November werden zudem die Gräber zu Ehren aller Heiligen und Verstorbenen geschmückt.

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Donnerstag, 27. Oktober 2011

Der Oktober verabschiedet sich weitgehend sonnig und macht einem instabilen November-Anfang Platz

Wer noch die letzten Sardinien-Flüge von Deutschland auf die italienische Mittelmeerinsel ergattert hat (viele Fluggesellschaften stellen an diesem Wochenende ihre Flugpläne von der Sommer- auf die Wintersaison um und Airlines wie Ryanair und Air Berlin setzen zum Winter zahlreiche Sardinien-Verbindungen aus), hatte einigermaßen Glück in den letzten Tagen: Sonnenschein, nur wenige Wolken und milde Wassertemperaturen von angenehmen 21 Grad lassen den Oktober 2011 mit gutem Wetter ausklingen.


Das ändert sich allerdings in den nächsten Tagen: Einige Regenfälle und viele Wolken werden für das lange Wochenende von Allerheiligen und Allerseelen vorhergesagt. Grund dafür ist laut der Langzeitprognose des italienischen Wetterportals ilmeteo.it ein Tiefdruckgebiet über Nordafrika, das seine Ausläufer bis nach Sardinien, Sizilien und Kalabrien schickt. Kalt soll es in den nächsten Tagen aber nicht werden: Die Tagestemperaturen liegen auch am letzten Oktoberwochenende über 20 Grad Celsius und selbst in den Bergen von Nuoro werden nachts noch 13 Grad erwartet.

Mehr zu Klima und Wetter auf Sardinien
Wettervorhersagen, Prognosen und Wetter-Links bei http://www.sardinienwetter.com/
Schlechtwetter-Tipps fürs Wochenende: Besuchen Sie eines der zahlreichen Herbstfeste in der Barbagia!

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Halloween auf Sardisch? Bei Su Mortu Mortu, Is Panixieddas und Is Animeddas werden im Herzen von Sardinien alte Allerseelen-Traditionen bewahrt

Wenn Ende Oktober und Anfang November zu Allerseelen verkleidete Kinder durch die Gassen der Dörfer in Süd- und Zentralsardinien streifen und an den Haustüren klopfen, bitten sie nicht „Süßes, sonst gibt’s Saures“ wie heute in aller Welt zu Halloween. Die Traditionen rund um Allerseelen haben auf Sardinien einen viel älteren Ursprung als das amerikanische Halloween-Fest, das in den 1990-er Jahren in seiner kommerziellen Version über den großen Teich nach Europa geschwappt ist.
Su Mortu Mortu lautet der Name des Totenfestes, zu dem im zentralsardischen Nuoro durch die Stadt streifenden Kindern Walnüsse, Kastanien und Haselnüsse im Eingedenk an die Verstorbenen geschenkt werden. Dass sich heute in die Spenden so manch ein Schokoriegel oder Geldstück mischt, ist schon fast eine Fortsetzung der alten Tradition, dass die Wohlhabenden der Stadt zu Beginn der Wintermonate auch ein wenig ihres Reichtums mit den ärmeren Nuoresi teilen.
In Südsardinien und den fruchtbaren Ebenen des Campidano waren die Geschenke an die Kinder noch reichhaltiger: Früchte, Rosinen, Mandeln, Granatäpfel und Orangen füllten die Taschen der Kinder, die zum Beispiel in Decimoputzu als „Is Animeddas“, also als „die kleinen Seelen“verkleidet, am 2. November von Haus zu Haus zogen. Auch hier gelten die Spenden an die Kinder symbolisch als Pfand für die Erinnerung an die Verstorbenen der Familie.

Ossus de mortù“, ein steinharter, herbsüßer und mit Zuckerguss überzogener Mandelkeks ist ein typisches sardisches Gebäck zu Allerseelen


Vor allem Süßigkeiten gibt es hingegen in anderen Dörfern des Campidano: Dort wird das Allerseelen-Fest „Is panixieddas“ genannt und in Dolianova, San Nicolo Gerrei und San Sperate landen für die Jahreszeit typische „dolci sardi“, süße Kekse und Plätzchen auf dem Tisch und in den Taschen der Kinder: „pani de sapa“, ein mit eingekochtem Most zubereitetes, dunkelbraunes, saftiges und sirupsüßes Gebäck, oder „ossus de mortù“, ein steinharter, herbsüßer und mit Zuckerguss überzogener Mandelkeks. Sein Name, „Knochen der Toten“, spielt auf das Gedenken an die Toten zu Allerseelen an.

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Freitag, 22. Oktober 2010

Ognissanti und Commemorazione dei defunti: Neben Halloween-Feiern werden auf Sardinien auch alte Allerheiligen- und Allerseelen-Traditionen bewahrt

Auch auf Sardinien hat sich das Halloween-Feiern am Vorabend von Allerheiligen inzwischen eingebürgert.
Am 31. Oktober ziehen die Kinder vor allem in den größeren Städten schaurig verkleidet von Haus zu Haus und fordern die Bewohner mit „dolcetto o scherzetto“ (dt. Süßes oder Saures) auf, ihnen Süßigkeiten zu geben, weil sie ihnen sonst Streiche spielen.
Im Inland und in vielen Dörfern der Insel hat sich hingegen eine viel ältere Allerheiligen- und Allerseelen-Tradition als das amerikanische Halloween-Fest bewahrt: „Su Mortu Mortu“.
In Nuoro und der zentralsardischen Barbagia streifen die Kinder am Morgen von Allerheiligen durch die Orte und bitten um Almosen für die Verstorbenen. „Seu su mortu mortu“ jammern sie nachdem sie an den Haustüren geklopft haben, denn ihre Gebete und Fürbitten sollen das Leiden der Seelen im Fegefeuer erleichtern.
Doch auch in anderen Teilen der Insel wird dieser Brauch gefeiert. „Is Animeddas e Is Panixeddas“ oder „Su ‘ene ‘e sas ànimas” heißt er im Süden und an der Ostküste der Insel. „Seus benius po is animeddas“, „mi das fait po praxeri is animeddas“oder „carki cosa po sas ànimas” klagen die Kinder lautstark im Campidano und in der Ogliastra.
Der alte Glaube besagt, dass an Allerseelen die Seelen der Verstorbenen auf die Erde kommen. Daher werden Speisen für sie bereitgestellt, die ihre Qualen in der Hölle lindern sollen.
An Allerheiligen und Allerseelen werden vor allem „Pabassinas“, „Ossus de mortu“ und „Pani ’e saba“ gebacken, süße Plätzchen und ein buntes Früchtebrot. Neben dem Gebäck werden den Kindern vor allem Walnüsse, Kastanien, Haselnüsse, Mandeln, Granatäpfel und Orangen geschenkt. Dass sich heute unter die Spenden so manch ein Schokoriegel oder Geldstück mischt, ist schon fast eine Fortsetzung der alten Tradition, dass die Wohlhabenden der Städte zu Beginn der Wintermonate ein wenig ihres Reichtums auch mit den Ärmeren teilen.

Zum 1. und 2. November werden zudem die Gräber zu Ehren aller Heiligen und Verstorbenen geschmückt.

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