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Dienstag, 1. November 2011

Am Ognissanti ruht Sardinien und bewahrt ihre alten Allerheiligen-Traditionen

Am Allerheiligen hat sich in vielen Dörfern von Sardinien ein alter Brauch bewahrt: „Su Mortu Mortu“.
In Nuoro und in der Barbagia streifen die Kinder am Morgen von Ognissanti durch die Gassen der Orte und bitten um Almosen für die Verstorbenen. „Seu su mortu mortu“ jammern sie nachdem sie an den Haustüren geklopft haben, denn ihre Gebete und Fürbitten sollen das Leiden der Seelen im Fegefeuer erleichtern.
Dieser Brauch wird aber auch in anderen Teilen der Insel gefeiert: Im Süden und an der Ostküste rufen die Kinder „Is Animeddas e Is Panixeddas“ oder „Su ‘ene ‘e sas ànimas”. Im Campidano und in der Ogliastra klagen sie hingegen lautstark „seus benius po is animeddas“, „mi das fait po praxeri is animeddas“oder „carki cosa po sas ànimas”.

Zum Fest werden „Pabassinas“, „Ossus de mortu“ und „Pani ’e saba“ gebacken, süße Plätzchen und ein buntes Früchtebrot. Neben den Backwaren werden den Kids auch Walnüsse, Kastanien, Haselnüsse, Mandeln, Granatäpfel und Orangen geschenkt.

Am Allerheiligen und am Allerseelen, am 2. November werden zudem die Gräber zu Ehren aller Heiligen und Verstorbenen geschmückt.

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Weitere Veranstaltungen in Süd-Sardinien

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Donnerstag, 27. Oktober 2011

Halloween auf Sardisch? Bei Su Mortu Mortu, Is Panixieddas und Is Animeddas werden im Herzen von Sardinien alte Allerseelen-Traditionen bewahrt

Wenn Ende Oktober und Anfang November zu Allerseelen verkleidete Kinder durch die Gassen der Dörfer in Süd- und Zentralsardinien streifen und an den Haustüren klopfen, bitten sie nicht „Süßes, sonst gibt’s Saures“ wie heute in aller Welt zu Halloween. Die Traditionen rund um Allerseelen haben auf Sardinien einen viel älteren Ursprung als das amerikanische Halloween-Fest, das in den 1990-er Jahren in seiner kommerziellen Version über den großen Teich nach Europa geschwappt ist.
Su Mortu Mortu lautet der Name des Totenfestes, zu dem im zentralsardischen Nuoro durch die Stadt streifenden Kindern Walnüsse, Kastanien und Haselnüsse im Eingedenk an die Verstorbenen geschenkt werden. Dass sich heute in die Spenden so manch ein Schokoriegel oder Geldstück mischt, ist schon fast eine Fortsetzung der alten Tradition, dass die Wohlhabenden der Stadt zu Beginn der Wintermonate auch ein wenig ihres Reichtums mit den ärmeren Nuoresi teilen.
In Südsardinien und den fruchtbaren Ebenen des Campidano waren die Geschenke an die Kinder noch reichhaltiger: Früchte, Rosinen, Mandeln, Granatäpfel und Orangen füllten die Taschen der Kinder, die zum Beispiel in Decimoputzu als „Is Animeddas“, also als „die kleinen Seelen“verkleidet, am 2. November von Haus zu Haus zogen. Auch hier gelten die Spenden an die Kinder symbolisch als Pfand für die Erinnerung an die Verstorbenen der Familie.

Ossus de mortù“, ein steinharter, herbsüßer und mit Zuckerguss überzogener Mandelkeks ist ein typisches sardisches Gebäck zu Allerseelen


Vor allem Süßigkeiten gibt es hingegen in anderen Dörfern des Campidano: Dort wird das Allerseelen-Fest „Is panixieddas“ genannt und in Dolianova, San Nicolo Gerrei und San Sperate landen für die Jahreszeit typische „dolci sardi“, süße Kekse und Plätzchen auf dem Tisch und in den Taschen der Kinder: „pani de sapa“, ein mit eingekochtem Most zubereitetes, dunkelbraunes, saftiges und sirupsüßes Gebäck, oder „ossus de mortù“, ein steinharter, herbsüßer und mit Zuckerguss überzogener Mandelkeks. Sein Name, „Knochen der Toten“, spielt auf das Gedenken an die Toten zu Allerseelen an.

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Montag, 2. Mai 2011

Ethnika 2011 – Festival der Nationen in der Inselhauptstadt von Sardinien

Unterstützt durch strahlenden Sonnenschein fand gestern Nachmittag, dem 1. Mai 2011, in der Inselhauptstadt von Sardinien neben der Sagra di Sant'Efisio auch das 5. Festival der Nationen “Ethnika” statt.

Bei der schönen, bunten Veranstaltung im Parco Monte Claro zeigten mehr als 70 Vereine der in Cagliari ansässigen Migranten aus zahlreichen Nationen ihre unterschiedlichen Traditionen, Bräuche und Folklore.

Mit herrlichen Tanzvorführungen, international renommierten Produkten und leckeren Gerichten für Jung und Alt, präsentierten zahlreiche Zuwanderer aus Peru, China, Cuba, Pakistan, Tunesien, Indien, Benin, dem Senegal, der Ukraine und vielen Ländern mehr ein hochkarätiges Festivalprogramm für mehr als Tausend Besucher und Gäste.
Ein gelungenes Fest der Völkerverständigung und des friedlichen Zusammenlebens! 


© Fotos: Paolo Succu 

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Mittwoch, 30. März 2011

Die Sagra di Sant’Efisio in Cagliari am 1. Mai 2011 – Großes Volksfest mit Trachtenumzug in der sardischen Inselhauptstadt

Die Statue des Heiligen Sant'Efisio

Seit 355 Jahren wird in Cagliari an den ersten vier Tagen im Mai der Schutzheilige der Stadt geehrt. Am 1. Mai kommen Trachtengruppen, bunt geschmückte Ochsenkarren, prächtig ausstaffierte Reiter und wohlklingende Launeddas-Orchester in die sardische Inselhauptstadt zum größten Trachtenfest der Insel zusammen und ziehen durch die Alleen und Hauptstraßen der Stadt.


Sardische Folklore hautnah: Die wertvollen Trachten werden von Generation zu Generation vererbt

Die Sagra di Sant'Efisio erinnert alljährlich an das Gelübde, dass die Stadt Cagliari dem Schutzpatron von Capoterra und der Diözese Cagliari um 1650 ausgesprochen hatte, als er die Inselbewohner vor der Pest rettete. Das Fest dauert vom 1. bis 4. Mai und der Wallfahrtszug führt die Pilger von Cagliari bis Nora am südlichen Ende des Golfs von Cagliari. Wer sardische Tradition hautnah erleben möchte, darf die Pilgerprozession im Süden der Insel also nicht verpassen.

Trachtengruppen, Reiter und Ochsenkarren ziehen an der Ehrentribüne vor dem Rathaus vorbei

Den besten Blick auf die Karren, Folkloregruppen, Reiter, Orchester und natürlich die prachtvoll geschmückte Statue des Schutzpatrons hat man von einer der zahlreichen Tribünen, die alljährlich entlang des Pilgerwegs in Cagliari aufgestellt werden. Der Vorverkauf der zwischen sechs und acht Euro teuren Tribünen-Tickets hat bereits begonnen und Karten können online unter http://www.boxol.it/dettaglio-evento.aspx?E=30328 bestellt werden, müssen dann aber dann aber im Kartenschalter von Box Office, in der Viale Regina Margherita in Cagliari abgeholt werden.
Erstmals wird es in diesem Jahr Sprecher und Moderatoren geben, die das Event auf einigen Bühnen live in deutscher, englischer und französischer Sprache kommentieren und so Tradition und Kultur auch den ausländischen Zuschauern näherbringen.

Zu Ehren des Heiligen werden die Straßen der Inselhauptstadt mit einem Blütenteppich geschmückt 

Wem die Sagra in der Inselhauptstadt, die zahllose Wallfahrer, Besucher und Touristen lockt, zu turbulent ist, kann den Pilgergang aber auch an den anderen Stationen und Zwischenstopps verfolgen. Der Weg des Heiligen führt über Giorgino, La Maddalena, Su Loi, Villa D’Orri, Sarroch, Villa San Pietro und Pula nach Nora.

(Fotos: Sagra di Sant'Efisio 2009, Sascha Stein)

>> Alle Informationen zu der Sagra di Sant’Efisio gibt es bei sardinien.com

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Freitag, 22. Oktober 2010

Ognissanti und Commemorazione dei defunti: Neben Halloween-Feiern werden auf Sardinien auch alte Allerheiligen- und Allerseelen-Traditionen bewahrt

Auch auf Sardinien hat sich das Halloween-Feiern am Vorabend von Allerheiligen inzwischen eingebürgert.
Am 31. Oktober ziehen die Kinder vor allem in den größeren Städten schaurig verkleidet von Haus zu Haus und fordern die Bewohner mit „dolcetto o scherzetto“ (dt. Süßes oder Saures) auf, ihnen Süßigkeiten zu geben, weil sie ihnen sonst Streiche spielen.
Im Inland und in vielen Dörfern der Insel hat sich hingegen eine viel ältere Allerheiligen- und Allerseelen-Tradition als das amerikanische Halloween-Fest bewahrt: „Su Mortu Mortu“.
In Nuoro und der zentralsardischen Barbagia streifen die Kinder am Morgen von Allerheiligen durch die Orte und bitten um Almosen für die Verstorbenen. „Seu su mortu mortu“ jammern sie nachdem sie an den Haustüren geklopft haben, denn ihre Gebete und Fürbitten sollen das Leiden der Seelen im Fegefeuer erleichtern.
Doch auch in anderen Teilen der Insel wird dieser Brauch gefeiert. „Is Animeddas e Is Panixeddas“ oder „Su ‘ene ‘e sas ànimas” heißt er im Süden und an der Ostküste der Insel. „Seus benius po is animeddas“, „mi das fait po praxeri is animeddas“oder „carki cosa po sas ànimas” klagen die Kinder lautstark im Campidano und in der Ogliastra.
Der alte Glaube besagt, dass an Allerseelen die Seelen der Verstorbenen auf die Erde kommen. Daher werden Speisen für sie bereitgestellt, die ihre Qualen in der Hölle lindern sollen.
An Allerheiligen und Allerseelen werden vor allem „Pabassinas“, „Ossus de mortu“ und „Pani ’e saba“ gebacken, süße Plätzchen und ein buntes Früchtebrot. Neben dem Gebäck werden den Kindern vor allem Walnüsse, Kastanien, Haselnüsse, Mandeln, Granatäpfel und Orangen geschenkt. Dass sich heute unter die Spenden so manch ein Schokoriegel oder Geldstück mischt, ist schon fast eine Fortsetzung der alten Tradition, dass die Wohlhabenden der Städte zu Beginn der Wintermonate ein wenig ihres Reichtums auch mit den Ärmeren teilen.

Zum 1. und 2. November werden zudem die Gräber zu Ehren aller Heiligen und Verstorbenen geschmückt.

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Montag, 6. April 2009

Lunissanti: Mittelalterliche Osterriten im Nordwesten Sardiniens

Am heutigen Montag der „Settimana Santa", der Karwoche, scheint in Castelsardo das Mittelalter wieder lebendig. An der mittelalterlichen Kirche „Santa Maria" beginnt in den frühen Morgenstunden die Prozession des „Lunissanti". Bei Sonnenaufgang wird die Messe am Altar des „Cristu Nieddu" (schwarzer Christus) gelesen. Danach startet der Pilgerzug aus drei Chören und 10 Gruppen, die die 10 Stationen des Leidenswegs Christi darstellen. Die Pilger ziehen etwa zehn Kilometer weit in eine romanisch-pisanische Basilika in Tergu, wo sie die „Misteri" der Madonna darbieten. Die Chöre begleiten die Zeremonie mit dem „Attitu", lateinischen Klagegesang. Sie beklagen den getöteten Gottessohn.



>> Bilder und Videos in unserem Artikel

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Freitag, 16. Januar 2009

An diesem Wochenende ist Karnevalsauftakt auf Sardinien: Sant'Antonio Abate in Mamoiada

Etwa 650 Meter über dem Meeresspiegel in der wildromantischen Barbagia di Ollolai liegt das 2500-Seelen-Dorf Mamoiada, und zwar direkt inmitten grüner Weinberge und dichter Kork- und Steineichenwälder.Im Ortskern steht die große, das Dorfbild prägende Kirche „Nostra Signora di Loreto“ aus dem 17. Jahrhundert. Hier wird der Vorabend des Festtages zu Ehren des Heiligen Antonio Abate (Feuerheiliger) gefeiert. In Mamoiada ist der 17.01. nämlich Auftakt der Karnevalsaison. Kurz nach fünf Uhr suchen sich die Zuschauer einen guten Platz, auf dem Kirchenvorplatz wird ein großer Holzstoß aus Eichenwurzeln angezündet, der Pfarrer läuft drei mal ums Feuer, bevor Familienväter aus diesem glühende Scheite entfernen, um dreißig bis vierzig weitere Holzfeuer im ganzen Ort zu entzünden.
>> Lesen Sie mehr über Sant'Antonio Abatae in unserem Artikel
>> Lesen Sie mehr über Karneval auf Sardinien in unserem Artikel

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Freitag, 21. März 2008

Sa Pasca Manna: Das große Osterfest auf Sardinien

Ostern ist das höchste kirchliche Fest im Jahr: Die Sarden nennen es deshalb "Sa Pasca Manna" (das große Osterfest). Prachtvoll und fröhlich geht es deshalb bei der Auferstehungsmesse und der „Incontru-Prozession“ am Ostersonntag zu. Am ersten Osterfeiertag wird die Freunde über die Auferstehung Christi gemeinschaftlich zum Ausdruck gebracht. Besonders eindrucksvoll ist beispielsweise die "S'Incontru"-Prozession in Oliena.
Der Ostermontag ist der zweite Feiertag im Zeichen des Osterfestes. An diesem Tag (Pasquetta) ist auf Sardinien der Brauch des Osterspaziergangs noch lebendig. Mit der Familie oder den Freunden unternimmt man Ausflüge in die nähere Umgebung und picknickt gemeinsam in freier Natur. Der Osterausflug könnte in diesem Jahr allerdings ins Wasser fallen: Für das Wochenende sind Regenschauer, Sturm und stürmische See angesagt.

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